Illegale Autorennen Drei Ferrari rasen mit 180 durch Elbtunnel

Die Raser sind los: Im Hamburger Elbtunnel lieferten sich drei Dänen in Ferrari ein Rennen, in Berlin fuhren zwei Männer im Slalom und mit 150 km/h durch dichten Verkehr. Ein US-Tourist wurde mit 100 km/h zu viel auf dem Tacho gestoppt.


Hamburg – Die legendären Cannonball Runs liefern das Vorbild: Vor kurzem rasten noch die Teilnehmer der britischen Rallyes Gumball und Modball über deutsche Straßen. In diesen Tagen hat die Polizei mehrere autofahrende Duellanten gestoppt. Auf Autobahnen in Niedersachsen und Hamburg haben sich heute drei Ferrari-Fahrer ein gefährliches Rennen geliefert. Wie die Polizei mitteilte, wurden zwei der Fahrer wegen diverser Verstöße festgenommen, der dritte Fahrer musste 2000 Euro Strafe zahlen. Außerdem stellten die Beamten zwei der Fahrzeuge sicher.

Die aus Dänemark stammenden Raser waren unter anderem mit 180 km/h durch den Elbtunnel gerast und hatten mit rasanten Wechseln zwischen linker und rechter Fahrspur den Feierabendverkehr erheblich gefährdet. Die Fahrer kamen von einem Ferrari-Treffen in Modena (Italien) und waren unter anderem auf der A 7 auf dem Rückweg in ihre dänische Heimat. In einem der PS-starken Autos befand sich auch der achtjährige Sohn eines Fahrers.

Slalom durch dichten Verkehr

Auf der A113 in Berlin-Treptow traten zwei junge Männer gestern mit einem Autorennen gegeneinander an. Im Slalom überholten sie zwischen den Ausfahrten Späthstraße und Johannisthaler Chaussee andere Autos, wie die Polizei heute mitteilte. Erlaubt ist auf der Strecke eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Der 20-jährige Fahrer einer der Wagen konnte von der Polizei gestoppt werden und gab an, sich zu dem Rennen durch ein Handzeichen mit dem anderen Fahrer verständigt zu haben.

Diesen entdeckten die Beamten wenig später an einer roten Ampel. Wegen des Verkehrs konnten sie den jungen Mann nicht kontrollieren, filmten ihn aber mit der Kamera aus ihrem mit Video ausgerüsteten Fahrzeug heraus. Dadurch soll die Identität des jungen Mannes nun ermittelt werden. Beide Fahrer erwartet ein Bußgeld in Höhe von mehreren hundert Euro, ein Fahrverbot und Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister.

US-Tourist muss 4000 Euro Strafe zahlen

Ein Rallyefahrer aus den USA hat bei Hamburg die Autobahn 255 mit einer Rennstrecke verwechselt und sich mit einem anderen Fahrzeug ein rasantes Duell geliefert. Bereits am vergangenen Donnerstag hatten Polizisten in Hamburg beobachtet, wie zwei Wagen im dichten Verkehr mit etwa 140 km/h auf dem Abzweig Lübeck unterwegs waren, teilte die Polizei heute mit. Dort ist zunächst Tempo 60, später Tempo 40 erlaubt. Eine scharfe Rechtskurve passierten die Raser mit Tempo 100.

Wenig später hielten die Beamten einen Fahrer, einen 56 Jahre alten US-Touristen, an. Dieser zeigte sich einsichtig und war den Angaben zufolge über sein eigenes Verhalten sichtlich erschüttert. Die geforderten 4000 Euro Sicherheitsleistung zahlte er anstandslos. Als Rallyefahrer sei ihm "das Blut in den Kopf geschossen", gab er den Beamten zu Protokoll. Nach seinem Kontrahenten fahndete die Polizei bislang erfolglos.

abl/dpa



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