Innenminister 0,0 Promille für Fahranfänger

Der Innenminister von Sachsen-Anhalt, Manfred Püchel, will Führerscheinneulinge vor sich selber schützen. Der SPD-Politiker plädiert für ein absolutes Alkoholverbot während der ersten Autofahrerjahre.


Will Fahranfänger vor sich selber schützen: Manfred Püchel
AP

Will Fahranfänger vor sich selber schützen: Manfred Püchel

Püchel, der auch der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern vorsitzt, hielt den Fahranfängern vor, ihr eigenes Können am Steuer häufig zu überschätzen und Verkehrssituationen nicht richtig einzuschätzen. Er hätte gerne die Empfehlung der EU-Kommission, für jugendliche Fahranfänger zumindest einen 0,2-Promillegrenzwert einzuführen, in Deutschland gern so umgesetzt, "dass sie im Grunde genommen einer 0,0-Promilleregelung gleichkommt", sagte Püchel. "Dies wäre auch ein weiterer Schritt zu der von mir angestrebten 0,0-Promilleregelung für alle Kraftfahrer."

Anlass sind für den SPD-Politiker die hohen Zahlen von jungen Verkehrsopfern. In den vergangenen zehn Jahren seien allein in Sachsen-Anhalt 200 Kinder, 282 Jugendliche und 1160 Jungerwachsene im Straßenverkehr gestorben.

Über 95 Prozent aller Unfälle seien ausschließlich auf menschliches Versagen zurückzuführen, so Püchel, Deshalb müsse die Strategie lauten: "nachhaltige Beeinflussung der Verhaltensweisen der Menschen für mehr Mobilitätskompetenz und erhöhtes Sicherheitsbewusstsein im Straßenverkehr".

Püchel kündigte ein Verkehrssicherheitspaket von Polizei und Kommunen für Sachsen-Anhalt an. Fahrersicherheitstraining und verschärfte Kontrollen sollen die Autofahrer zu mehr Rücksicht auf Kinder auf dem Schulweg bewegen. Der Innenminister will auch Alkohol, Drogen und Aggressivität im Straßenverkehr den Kampf ansagen. Plakate unter dem Motto "Straßenkreuze - Unorte des Sterbens" sollen ab April die Aktionen flankieren.



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