Insolventer Cabrio-Spezialist Karmann tüftelt an Elektroauto

Geschwindigkeit 140 km/h, Reichweite 150 Kilometer: Laut einem Pressebericht arbeitet der insolvente Cabrio-Spezialist Karmann an einem eigenen Elektroauto. Den Auftrag dazu erteilte ein großer Energiekonzern.


Berlin/Osnabrück - Es geht um mehrere Prototypen für ein Elektroauto: Der insolvente Cabrio-Spezialist Karmann hat laut "Welt am Sonntag" einen Auftrag des Oldenburger Energieversorger EWE erhalten.

Karmann-Logo: Akku im Unterboden
DDP

Karmann-Logo: Akku im Unterboden

Entwickelt wird demnach eine Sportlimousine mit dem Namen "E3". Sie soll eine Reichweite von 150 Kilometern haben und eine Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern erreichen. Damit wäre das Fahrzeug nicht nur für den Stadtverkehr, sondern auch für Pendler geeignet.

Der Akku sei anders als bei Modellen anderer Entwickler nicht im Innenraum, sondern im Unterboden untergebracht, berichtet die Zeitung. Bis zu sechs Prototypen sollen bis Oktober produziert werden. Erstmals soll das Auto auf der Hannover Messe Ende April vorgestellt werden.

Karmann hatte am Mittwoch wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Das Traditionsunternehmen machte die weltweite Autokrise und die Sozialplankosten für diesen Schritt verantwortlich. Von der Pleite sind 3470 Mitarbeiter betroffen.

Derweil nahm VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) in Schutz. Mangelnden Einsatz für Karmann könne man ihm wahrlich nicht vorwerfen, sagte Osterloh der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er selbst habe erlebt, wie Wulff das Thema Karmann "fast gebetsmühlenartig immer wieder an allen Stellen eingebracht hat".

Dem Regierungschef war vorgeworfen worden, sich als Aufsichtsratsmitglied von VW nicht genug für Aufträge an die angeschlagene Karmann-Gruppe eingesetzt zu haben. Osterloh kündigte an, in der kommenden Woche noch einmal mit Wulff über Karmann zu sprechen.

wal/dpa



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