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06. August 2019, 18:12 Uhr

Iran

Tätowierte dürfen Führerschein erst nach Psychotest machen

Iraner mit Tattoo müssen künftig vor der Führerscheinprüfung einen psychologischen Test bestehen. Begründung: Die Tätowierungen könnten die Fahrtauglichkeit beeinflussen.

Die Führerscheinprüfung in Iran läuft für viele Fahranfänger künftig unter erschwerten Bedingungen ab. Wer tätowiert ist, muss vor der Fahrprüfung künftig zusätzlich einen psychologischen Test bestehen.

Grund ist eine Neuregelung des iranischen Staates, der in den Hautverzierungen ein Problem sieht. "Die Tätowierung ist eine Art von Selbstverletzung, und Personen, die das tun, leiden eventuell an psychischen Störungen", sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Restriktionen gegen Fußballer

Tätowierungen wurden in der islamischen Republik bislang als "Zeichen der westlichen Kulturinvasion" eingestuft, die die islamischen Werte gefährdeten. Nun gelten sie darüber hinaus auch als psychische Krankheit. Dennoch werden Tätowierungen besonders bei Jugendlichen in Iran beliebter - zum Ärgernis von Behörden und Sittenpolizei.

Ein bekanntes Opfer der restriktiven Politik ist der Kapitän der Nationalmannschaft, Ashkan Dejagah: Vor drei Jahren wollte die Ethikkommission des Fußballverbandes den Deutsch-Iraner wegen seiner Tätowierungen suspendieren. Dazu kam es zwar nicht, der Ex-Wolfsburger spielt aber seitdem in langärmligen Trikots.

cfr/dpa

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