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07. September 2011, 13:10 Uhr

Jaguar C-X16

Die Wiedergeburt des E-Type

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Dass Jaguar eine Sportwagenmarke war, geriet in den vergangenen Jahren ein wenig in Vergessenheit. Doch jetzt frischen die Briten die Erinnerung wieder auf. Zur IAA in Frankfurt locken sie mit einer Sportwagenstudie, die bis 2014 zum Serienrenner reifen soll.

Der Jaguar E-Type gilt als einer der "Sportwagen des Jahrhunderts" und erntete auch von den Konkurrenten Lob. Selbst Enzo Ferrari pries den lang gestreckten Zweisitzer einst als "schönstes Auto der Welt". Das ist jetzt ziemlich genau 50 Jahre her. Danach gab es zwar noch einmal einen Supersportwagen von Jaguar mit dem Kürzel XJ 220, und das aktuelle Sportmodell XK erreicht in der R-S-Version stolze 300 km/h. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung sind die Muskeln der Briten angesichts gediegener Limousinen wie XJ und XF ein wenig erschlafft.

Die Fans der Marke fordern ohnehin schon seit Jahrzehnten einen Nachfolger für den E-Type - und wurden jetzt offenbar erhört: Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt zeigt Jaguar die Studie C-X16, die alles mitbringt, was ein E-Type-Erbe bräuchte: Eine sehr lange Fronthaube, eine muskulöse Flanke und ein knackiges Heck. Das Auto sieht verführerisch aus, wiegt vergleichsweise wenig und ist verdammt schnell: 300 km/h seien möglich, sagt Jaguar-Markenchef Adrian Hallmark.

Während der aktuelle XK den potenten Cruiser für Pensionäre gibt, will der C-X16 ein jugendlicher, knackiger Sportwagen sein. Er ist deshalb nicht nur deutlich schärfer designt, sondern vor allem zwei Nummern kleiner: Konsequent als Zweisitzer konstruiert, misst er lediglich 4,45 Meter und ist damit einem Porsche Cayman näher als dem 911. Dafür ist der Wagen 2,05 Meter breit und wunderbar flach. Und weil die Karosserie - genau wie der Luxuslimousine XJ - aus Aluminium und Details wie die Sitzgestelle aus Karbon gefertigt sind, soll das Coupé lediglich 1,6 Tonnen wiegen.

Das wäre schon für einen konventionellen Sportwagen kein schlechtes Ergebnis, beeindruckt beim C-X16 aber noch viel mehr. Denn der Brite fährt mit Hybridantrieb vor. Er schleppt also neben dem drei Liter großen Kompressor-V6-Benziner auch noch einen Elektromotor und einen Lithium-Ionen-Akku mit sich herum, der zugunsten der bestmöglichen Balance direkt hinter den Sitzen montiert ist.

Als Durchschnittsverbrauch sollen 6,9 Liter möglich sein

Für die Fahrleistungen wäre das gar nicht nötig. Denn schon der Sechszylinder kommt auf 380 PS und 450 Nm und hätte damit allemal genug Kraft, die meisten Konkurrenten abzuhängen wie damals der E-Type. Doch weil der E-Motor beim Beschleunigen hilft und kurze Strecken bis Tempo 80 sogar alleine bewältigt - und weil eine weiterentwickelte Achtgang-Automatik mit Start-Stopp-Funktion zum Einsatz kommt - geht der Verbrauch deutlich zurück: 6,9 Liter sollen dem C-X16 reichen.

Für die Regelung des Zusammenspiels beider Motoren ließen sich die Briten vom Motorsport inspirieren: Die Rekuperation, also die Rückgewinnung der Bremsenergie, übernimmt ein an der Hinterachse platziertes Kers-System aus der Formel 1, gestartet wird der Hilfsmotor vom Fahrer per Knopfdruck am Lenkrad. "Push-to-pass" heißt die Funktion, die für zehn Sekunden mal eben 95 PS und 235 Nm zuschaltet und Überholen zum Kinderspiel macht. Den Spurt von 0 auf Tempo 100 absolviert der C-X16 in 4,4 Sekunden, den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h ist in nur 2,1 Sekunden. Und wenn die Gerade lange genug ist, geht die Raserei so lange weiter, bis die Elektronik bei 300 km/h sicherheitshalber einen Riegel vorschiebt.

Beim Jaguar C-X16 experimentieren die Briten auch im Interieur mit neuer Technik. Es gibt dort einen neuartigen Touchscreen, eine Integrationsmöglichkeit für das Smartphone und eine neue Generation von Bedienelementen, für die erstmals Drehschalter mit LED-Displays kombiniert werden.

Ein Jaguar-Sportwagen für schätzungsweise unter 80.000 Euro

Mit dem kraftstrotzenden Design und dem zumindest teilweise elektrisierten Antrieb folgt der Zweisitzer dem Geist des grünen Supersportwagens C-X75, den Jaguar vor Jahresfrist auf der Automesse in Paris vorstellte und der in einer Kleinserie gebaut werden soll. Während dieses Modell absurde 800.000 Euro kosten soll schon deshalb keine Breitenwirkung entfachen wird, bewegt sich der C-X16 im Preissegment unterhalb von Porsche 911, Chevrolet Corvette oder Mercedes SL. Zumindest ohne den zunächst mal nur für die Show installierten Hybridantrieb sollte das Auto also für deutlich unter 80.000 Euro zu haben sein.

Offiziell läuft der C-X16 als Studie, die "das Terrain für künftige Jaguar- Sportwagen mit Hybridantrieb sondiert", so die Formulierung im Begleitschreiben zu den ersten Fotos des Silberlings. Inoffiziell aber steht wohl schon fest, dass das Auto gebaut werden wird. Einen Rückzieher könne man sich auch gar nicht mehr erlauben, sagt Jaguar-Designchef Ian Callum: "Wir wissen, dass viele auf so einen Jaguar lange, sehr lange gewartet haben."

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