Jaguar XJ Die verflixte siebte Generation

Seit 1968 ist die britische Marke Jaguar mit der XJ-Baureihe in der Oberklasse präsent. Beim Autosalon in Paris wird jetzt die siebte Generation des Modells präsentiert. Kleines Problem dabei: Man sieht dem Auto nicht an, dass es neu ist.


Jaguar XJ: Leichtgewicht aus Aluminium

Jaguar XJ: Leichtgewicht aus Aluminium

Chefdesigner Ian Callum gewinnt der kaum veränderten Formgebung erwartungsgemäß nur positive Aspekte ab. "Dieses komplett neue Auto musste anhand typischer Stilelemente sofort als ein XJ erkennbar sein." Falls die sofortige Erkennbarkeit das Ziel war, so wurde es voll und ganz erreicht. Leider rollt der zwar nach wie vor elegant und sportlich gestylte Wagen in einer Klasse auf den Markt, wo zwar dezentes, aber durchaus auch modernes und ab und zu sogar frisches Design gefragt ist.

Es wird den Briten, die zur PAG (Premier Automotive Group) des Ford-Konzerns gehören, vermutlich schwer fallen, den neuen XJ als wirklich durch und durch neues Auto zu platzieren. Das aber ist der Wagen. Die Karosserie zum Beispiel ist fast komplett aus Aluminium hergestellt. Damit gehört der XJ - ebenso wie der neue Audi A8 - zu den Leichtgewichten in der Oberklasse, die wesentlich schlanker vorfahren als die Konkurrenzmodelle der Marken BMW, Mercedes oder VW. Erstmals setzt Jaguar im neuen XJ darüber hinaus eine Luftfederung mit automatischer Niveauregelung ein. Dazu kommen neue Systeme wie das (auch im BMW-7er verwendete) Sechsgang-Automatikgetriebe der Firma ZF, eine elektronische Parkbremse, Traktions- und dynamische Stabilitätskontrolle sowie ein neues ABS mit Bremsassistent.

Walnuss oder Ahorn: Bewährtes Design mit Hightech-Ausstattung

Walnuss oder Ahorn: Bewährtes Design mit Hightech-Ausstattung

Der XJ sei ein Auto, "das seine Insassen mit Wärme und Behaglichkeit verwöhnt", wie Jaguar mitteilt. Auch dies bedeutet im Klartext: Alles bleibt, wie es war. Im Innenraum sind die Passagiere von Vertäfelungen aus Walnusswurzelholz oder aus grau gebeiztem Vogelaugenahorn umgeben. Die Mittelkonsole und die Schalthebeleinfassung ist im Farbton "Piano Black" lackiert, und natürlich sind die meisten anderen Oberflächen mit Leder überzogen. Ergänzt wird das britisch-konservative Ambiente durch komfortable Hightech-Details. Als da sind zum Beispiel 16fach elektrisch einstellbare Vordersitze sowie ein elektrisch einstellbares Lenkrad und eine elektrisch einstellbare Pedalerie. Dazu kommt ein Multimedia-System, das die gleichzeitige Nutzung von bis zu drei Funktionen erlaubt, also etwa Musik, Video und Computerspiel. Zu diesem Zweck sind in den Kopfstützen der Vordersitze nach hinten gerichtete Bildschirme eingebaut.

Jaguar XJ: Eleganz in siebter Generation

Jaguar XJ: Eleganz in siebter Generation

Vielleicht ist es aber spannender für die Insassen - jedenfalls in voller Fahrt des Autos - nach draußen zu blicken. Denn dort dürfte die Gegend recht rasch vorbeifliegen. Jaguar-typisch wird unter der Motorhaube nämlich geklotzt, nicht gekleckert. Vier Maschinen sind für das Auto vorgesehen. Zwei 4,2-Liter-V8-Aggregate, einmal als Sauger mit 298 PS (219 kW) und einmal mit Kompressoraufladung mit gar 395 PS (291 kW). Etwas zahmer ist der 3,5-Liter-V8 mit 258 PS (190 kW) sowie das Einstiegstriebwerk, ein 3-Liter-V6 mit 238 PS (175 kW).

Weitere Motordaten, vor allem die Verbrauchswerte, sind laut Jaguar derzeit noch nicht verfügbar. Gleiches gilt für die Preise. Die Briten versprechen aber, dass rechtzeitig vor dem Verkaufsstart im Frühjahr 2003 die jetzt noch fehlenden Angaben nachgereicht werden. Solange können die Verantwortlichen noch die Ausstattungs- und Preislisten der Konkurrenz studieren. Wer zuletzt kommt (in diesem Fall in den Kreis der neuen Oberklasse-Limousinen), muss deshalb ja nicht zu spät sein.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.