Autofahren in Japan LED-Ampeln sind nicht wintertauglich

Egal ob bei Grün oder Rot - Ampeln mit LED-Lampen erzeugen weniger Abwärme als solche mit herkömmlichen Glühbirnen und sparen Energie. In Japan erweist sich dieser Vorteil zur Winterzeit aber als ziemlich unpraktisch.
Winter in Japan: "Zu wenig Mitarbeiter, um Schnee von den Ampeln zu entfernen"

Winter in Japan: "Zu wenig Mitarbeiter, um Schnee von den Ampeln zu entfernen"

Foto: Franck Robichon/ dpa

Hamburg - Der Einsatz von LED-Lampen in Ampelanlagen ergibt Sinn: Dank der modernen Technik lässt sich im Vergleich zu Glühbirnen mehr als die Hälfte an Energie sparen. Das ist umweltfreundlich und schont den Haushalt von Kommunen. Im Norden von Japan fallen dafür aber höhere Personalkosten an: Denn dort müssen zugeschneite LED-Ampeln von Behördenmitarbeitern mit der Hand freigewischt werden - weil die LEDs zu wenig Abwärme produzieren, schmilzt der Schnee auf ihnen nicht weg. Die Autofahrer können in der Folge nicht erkennen, ob Grün oder Rot angezeigt wird.

In Japan ist bereits fast die Hälfte aller Verkehrslichter auf LED umgerüstet. Im Norden des Landes, wo es zwischen Dezember und Februar Schneestürme geben kann, wird die Spartechnik zum Problem: "Es gibt immer mehr dieser Ampeln, aber wir haben nicht genügend Mitarbeiter, um den Schnee zu entfernen", zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen Sprecher der Polizei in der Präfektur Aomori.

Auf Drängen der Behörden arbeiten die Ampelhersteller seit Längerem an Lösungen, doch weder Abdeckungen noch erhitzbare Drähte haben die Ampeln bislang dauerhaft schneefrei gehalten.

In einigen Gegenden der USA trat das Problem in den vergangenen Jahren ebenfalls auf. In Deutschland und der Schweiz, wo die Technik in einigen Gemeinden zum Einsatz kommt, hat es in diesem Zusammenhang noch keine Beschwerden gegeben - hier wurde dafür schon darüber geklagt, dass das Licht der LED-Ampeln zu grell sei und blende.

cst
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.