Jeep Wrangler Der Legende nächster Teil

Der Wrangler gilt neben dem Land Rover Defender als Urgestein unter den Geländewagen. Aber auch 65 Jahre Geschichte schützen nicht vor Fortschritt. Deshalb hat Jeep den Klassiker überholt und mit Rücksicht auf die Hinterbänkler erstmals einen Viertürer aufgelegt.

Ein SUV ist groß, bequem und komfortabel. Doch einen echten Geländewagen kauft man nicht wegen seiner Ledersitze oder der üppigen Ausstattung. Sondern weil er seinen Fahrer überall dort hinbringen soll, wohin ihn der Drang nach Freiheit und Abenteuer verschlägt. So zumindest sehen es die Entwickler der Marke Jeep, die deshalb gerade bei ihrem Kernmodell Wrangler vor allem auf die Geländegängigkeit achten. Dass der Nachfahre des Willys Jeep 65 Jahre nach dem Wechsel vom Armee- in den Privateinsatz auch mal auf der Straße unterwegs sein könnte und hinter Fahrer und Beifahrer vielleicht sogar noch Kind und Kegel transportieren sollte, mögen sie geahnt haben. Doch wer einmal im engen Fond die Knie bis zu den Ohren ziehen musste, um über den Asphalt zu springen, der kann kaum fassen, dass die Ingenieure dies nun berücksichtigt haben.

Aber glaubt man dem Amerikanern, ist das nun Vergangenheit. Denn in diesen Tagen geht in den USA eine neue Auflage des Wrangler an den Start. Äußerlich nahezu unverändert, soll sie innen mehr Platz und mehr Komfort bieten als je zuvor. Und das angeblich ohne Kompromisse im Gelände. Jeep hat den Wrangler in jeder Dimension um ein paar Zentimeter gestreckt (Länge jetzt 3,88 Meter), und noch eine zweite Modellvariante aufgelegt: Zum ersten Mal in der Geschichte des Autos gibt es nun auch vier Türen und Platz für fünf Insassen. Außerdem hat dieser auf 4,40 Meter gewachsene Wrangler "Unlimited" mit einem Fassungsvermögen von rund 1300 Litern (US-Norm) den größten Kofferraum, den ein Wrangler je zu bieten hatte. Und noch einen Superlativ reklamieren die Amerikaner: Weil es auch die Variante "Unlimited" mit Softtop gibt, kann er zum vermutlich einzigen viertürigen Seriencabrio der Welt umgebaut werden.

Unter der Haube tritt ein neuer V6-Motor an

Unter der wie immer kantigen Haube mit den kugelrunden Scheinwerfern und den sieben breiten Pfosten steckt nun statt des 2,4 Liter großen Vierzylinders mit 143 PS oder dem 4,0-Liter-V6 mit 177 PS ein neuer V6-Motor, der aus 3,8 Litern Hubraum 202 PS und maximal 321 Nm schöpft. Deutlich sparsamer soll er sein. In der Exportversion wird er, ebenso wie der vor allem für Europa gedachte Diesel, ausschließlich alle vier Räder antreiben. Weil es in US-Staaten wie Florida nun wirklich nie schneit und der Konkurrenzdruck zur Preiskosmetik zwingt, gibt es den Wagen in den USA aber mit Frontantrieb.

Das erklärt auch den niedrigen Einstiegspreis von 18.765 Dollar für den Zwei- und 20.410 Dollar für den Viertürer. Bis die Autos bei uns angeboten werden, dürften sie deutlich teurer werden: Denn die neue Größe, das frische Format und der neue Antrieb werden begleitet von Neuerungen wie einem ESP und zusätzlichen Airbags. Somit ist mit einem deutlich höheren Preis als für die bisherigen Modelle zu rechnen. Und bereits jetzt kostet der günstigste Wrangler mit Vierzylindermotor mindestens 21.390 Euro.

tom

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