Jeremy Clarkson gegen "Fridays for Future" "Greta Thunberg hat die Autoshow getötet"

Bislang waren Radfahrer das Hassobjekt des Autojournalisten Jeremy Clarkson. Greta Thunberg hat Radler nun offenbar vom Spitzenplatz verdrängt. Das lässt ein Wutausbruch des Moderators in der britischen Presse vermuten.

Das Fahrrad hat bei Ex-"Top Gear"-Moderator Jeremy Clarkson als Hassobjekt Nummer eins offenbar ausgedient
Neil Mockford/ Alex Huckle/ Getty Images

Das Fahrrad hat bei Ex-"Top Gear"-Moderator Jeremy Clarkson als Hassobjekt Nummer eins offenbar ausgedient


Muss man jetzt Mitleid mit dem britischen Moderator Jeremy Clarkson haben? An Selbstmitleid mangelt es dem Ex-Host des Autoshow-Klassikers "Top Gear" nicht. "Jeder unter 25 den ich kenne, interessiert sich nicht das kleinste bisschen für Autos", quengelte Jeremy Clarkson gegenüber der britischen Boulevardzeitung "Sun". Eine Schuldige für seine persönliche Misere hat Clarkson auch schon ausgemacht: die Klimaaktivisten Greta Thunberg. Sie "hat die Autoshow getötet", klagte Clarkson an.

Der Moderator märte sich noch weiter aus. Junge Menschen lernten dem Moderator zufolge, dass Autos böse sind, noch bevor sie Mama und Papa sagen könnten.

Woher dieser plötzliche Furor? Es könnte daran liegen, dass der Klimawandel zum ersten Mal Thema in seiner neuen Autoshow "The Grand"-Tour war. Clarkson moderiert die Sendung zusammen mit seinen ebenfalls Ex-BBC-Kollegen Richard Hammond und James May. In der demnächst auf Amazon Prime erscheinenden Folge reisen die drei Autofanatiker während der Regenzeit auf Booten den Mekong in Kambodscha entlang. Der Ausflug gestaltete sich allerdings schwierig: Der Fluss war aufgrund anhaltenden Wassermangels zu großen Teilen trocken geblieben.

Clarkson fordert das Gleiche wie Thunberg

Was dann geschah, darf getrost als Zäsur in Clarksons Biografie gewertet werden: Vor laufender Kamera gab der bekennende Fahrradhasser auf einem Fahrrad sitzend zu, dass der Klimawandel existiere. Bislang hatten die Moderatoren der Sendung, deren Inhalt die Vorstellung grotesk übermotorisierter Autos ist, das ganze Thema Klimakrise weiträumig umfahren. Kein Wunder, ist doch der Verkehrssektor einer der größten CO2-Treiber der Welt.

Auf die unerwartete Einsicht folgte das, was Psychologen Projektion nennen: Seinem Unwohlsein auf mögliche Zusammenhänge zwischen seinem Tun und den Folgen für die Erde ließ Clarkson in seinem Rant gegen Greta Thunberg freien Lauf. In der "Sun" bezeichnete er sie als "Idiotin" und behauptete, er könne auch streiken, eine Carbonjacht mit Dieselhilfsaggregat leihen, nach Amerika segeln und Präsident Trump anschreien, so Clarkson. Dabei hat Thunberg Trump gar nicht zum Gespräch getroffen.

"Stattdessen ist es an der Zeit, mit den Wissenschaftlern zu reden", erklärte Clarkson. Und wiederholte damit ausgerechnet eine Forderung von Greta Thunberg, die sie auf ihrer USA-Reise vor dem Kongress stellte: "Wir wollen nicht gehört werden. Wir wollen, dass die Wissenschaft gehört wird." Wer weiß - vielleicht verbindet die beiden doch mehr, als Clarkson zu diesem Zeitpunkt bewusst ist.

ene



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