Clarkson gegen BBC "Wir sind Plankton, und die Welt wird von Walen regiert"

Jeremy Clarkson glaubt nicht daran, dass ihm eine Petition den Job als "Top Gear"-Moderator retten kann. Nach seiner öffentlichen Schimpftirade auf die BBC-Bosse gibt er sich ungewohnt kleinlaut.

Jeremy Clarkson: "Plankton in einer Welt der Wale"
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Jeremy Clarkson: "Plankton in einer Welt der Wale"


Noch vor einigen Tagen hat Jeremy Clarkson ziemlich offen seine Meinung über die Chefs der BBC verkündet: Sie seien "fucking Bastards", sagte er bei einer Benefizgala. Dass seine Autoshow "Top Gear" vorerst vom Bildschirm verschwinde, sei die Schuld der BBC-Bosse: "They fucked it up." Doch jetzt nimmt der 54-Jährige die Beschimpfungen zurück - war alles nicht so gemeint, schreibt Clarkson in seiner Kolumne für die Zeitung "Sunday Times".

Seine Kommentare (hier im Video zu sehen) habe er "im Spaß" gesagt. Er hat dafür auch eine Erklärung: Mit seinen launigen Ansage habe er einen Auktionspreis in die Höhe treiben wollen. Clarkson versteigerte auf der Veranstaltung einen Beifahrerplatz neben sich, wenn er seine letzte Runde auf der "Top Gear"-Teststrecke dreht. "Mit meinen kurzen und kontroversen Kraftausdrücken habe ich das Publikum aufgeweckt", schreibt Clarkson.

Das ist ihm immerhin gelungen: Für den Platz an seiner Seite wurden ihm 100.000 Pfund geboten. Clarkson wurde Mitte März suspendiert, nachdem ein Produzent von "Top Gear" behauptete, von ihm geschlagen worden zu sein.

Gut möglich, dass Clarksons jüngste Beschwichtigungen mit einer Standpauke seines Anwalts zusammenhängen. Dieser habe nach dem Bekanntwerden der Schimpftirade auf die BBC-Bosse ebenso deutliche Worte für seinen Klienten gefunden, wie Clarkson selbst sagte.

Dass sich die BBC die Online-Petition seiner Fans zu Herzen nimmt - mehr als eine Million Menschen fordern "Bring Back Clarkson" - glaubt der 54-Jährige kaum. "Proteste funktionieren nie", schreibt er in seiner "Sunday Times"-Kolumne und erklärt das anhand einer kleinen Tierfabel: "Denn wir sind alle Plankton, und die Welt wird von Walen regiert."

Wer in Clarksons Geschichte die Wale sind, ist wohl nicht schwer zu erraten. Die BBC teilte mit, sie werde sich erst wieder zu der Suspendierung des "Top Gear"-Moderators äußern, wenn die Untersuchung seines Falls abgeschlossen sei.

cst



insgesamt 21 Beiträge
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flo_bargfeld 22.03.2015
1. Einfach nur peinlich, dieses Großmaul Clarkson.
Sobald plötzlich Anwälte ins Spiel kommen und es ums Geld geht, kuscht der von sich selbst berauschte Clarkson wie ein kleiner Angestellter. Im übrigen: Clarksons Zitat in der Headline ist eine Beleidigung von Plankton.
zursachet 22.03.2015
2. Top Gear
Ich mag Clarkson, Hammond und Captain Slow. Aber Clarkson war eben der Frontmann. Gerade die politische Unkorrektheit in Zeit des absoluten Konformismus fand ich immer erfrischen. Würde mir im deutschsprachigen Fernsehen auch jemand mit dieser "Schnautze" wünschen.
pass.opp.do 22.03.2015
3. BBC erschiesst sein eigenes Zugpferd.
Wenn man unbedingt 350 Mio. weltweite Zuschauer verprellen will ... hat funktioniert.
gympanse 22.03.2015
4.
Ich kann den Hype um Top Gear UK nicht nachvollziehen. Nur weil die ganzen anderen Autosendungen weltweit noch schlechter sind, ist Top Gear mit Clarkson noch lange nicht gut.
boingdil 22.03.2015
5. einfach eine ordentliche Strafe zahlen und weitermachen
Körperliche Gewalt gegen Kollegen geht gar nicht. Da keiner die Details kennt kann das aber noch alles zwischen Rempler und Knock-Out sein. Sollte es nicht allzu gravierend sein soll Clarkson einfach eine Jahresgage an den Kollegen abdrücken und weitermachen. Es wäre extrem schade, wenn diese herrlich unkorrekte Sendung nicht weitergehen könnte. Denn wenn man immer versucht keinem in irgend einer Weise auf den Schlips zu treten kommt auch nur gequirlte Langeweile heraus.
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