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24. April 2012, 14:49 Uhr

KBA-Jahresbericht

Mehr Verstöße gegen Handy-Verbot und Anschnallpflicht

In der einen Hand das Telefon, in der anderen das Lenkrad - seit Jahren ist dies verboten. Doch immer mehr Autofahrer werden erwischt, zunehmend auch Frauen. Das geht aus dem Jahresbericht des KBA hervor. Außerdem schnallen sich immer weniger Autofahrer an.

Flensburg - Bußgeld und Punkten in der Verkehrssünderdatei in Flensburg zum Trotz erwischt die Polizei immer mehr Autofahrer mit dem Handy am Ohr. Seit 2005 ist die Zahl der Verstöße kontinuierlich gestiegen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Dienstag in Flensburg berichtete. 2011 wurden insgesamt 450.000 Autofahrer mit Handy am Steuer ertappt.

Meist sind es Männer, die verbotenerweise während der Fahrt telefonieren. Doch die Polizei erwischt auch immer mehr Frauen: Ihr Anteil ist stetig gewachsen. Verstießen 2005 noch 21 Prozent der Autofahrerinnen gegen das Handy-Verbot, waren es 2011 bereits 27 Prozent. Die Handy-Nutzung am Steuer ist seit 2004 verboten. Wer erwischt wird, muss 40 Euro Bußgeld zahlen und bekommt einen Punkt im Verkehrszentralregister.

In absoluten Zahlen verdoppelten sich die registrierten Verstöße bei den Frauen in den sieben Jahren auf 123.000 Fälle (2005: 61.000). Aber auch die Männer legten zu: 2011 ertappten die Beamten laut Bundesamt 327.000 Männer mit Handy am Steuer, vor sieben Jahren waren es noch 223.000.

Der ACE Auto Club Europa geht nicht davon aus, dass die Zunahme der Zahl ertappter Handy-Sünder an verstärkten Kontrollen liegt. "Die Polizei hat nicht die personellen Mittel, um das alles zu überwachen", sagte ein Sprecher in Stuttgart. Seine Organisation geht von einer großen Dunkelziffer aus - zumal viele Autofahrer nicht wissen, dass am Steuer ein totales Handy-Verbot gilt. "Während der Fahrt darf man auch keine Mails checken oder sich eine Route navigieren lassen", betonte ADAC-Jurist Jost Kärger in München.

Mehr Verstöße gegen Anschnallpflicht

Insgesamt fallen die Männer im Straßenverkehr deutlich häufiger negativ auf als die Frauen: Im Verkehrszentralregister machen sie laut Bundesbehörde knapp sieben der mehr als neun Millionen registrierten Verkehrssünder aus - übrigens ein neuer Höchststand. Egal, ob männlich oder weiblich - meist gibt es Ärger, weil die Autofahrer rasen. Zu hohe Geschwindigkeit liegt laut Angaben in mehr als der Hälfte aller registrierten Verstöße vor. Es folgen Alkoholfahrten, die meist Männer begehen.

Sorgen bereiten Ekhard Zinke, Präsident des Kraftfahrtbundesamtes, auch Verstöße gegen die Anschnallpflicht: Ihre Zahl stieg von unter 3000 im Jahr 2007 auf knapp 5800 im vergangenen Jahr. "Das finde ich schon dramatisch", sagte der Behördenchef. Die anstehende Neuregelung des Punktesystems sieht er als Herausforderung. Sie diene aber dem Ziel, "deutlich größere Transparenz und Berechenbarkeit" herzustellen.

rom/dpa

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