Vergleichstest Stiftung Warentest rät von aufblasbarem Kindersitz ab

Im Test der Stiftung Warentest haben erstmals seit Jahren alle getesteten Kindersitze die Crashtests bestanden - vier Exemplare fielen trotzdem durch.
Zwei Dummys im Kindersitz (Symbolbild)

Zwei Dummys im Kindersitz (Symbolbild)

Foto: Guido Kirchner/ dpa

Ein handliches Paket wird per Knopfdruck zum Kindersitz - die aufblasbare Sicherung kleiner Kinder klingt traumhaft praktisch. Doch im gemeinsamen Test der Stiftung Warentest und des ADAC zeigte sich, dass das aufblasbare Modell HY5 TT der Firma Nachfolger in der Praxis einige Nachteile hat. So schnitt es in den beiden wichtigsten Kategorien, der Unfallsicherheit und Handhabung, nur mit der Note "Befriedigend" ab. Außerdem war es mit dem Schadstoff Naphthalin belastet, das früher oft in Mottenpulvern oder als Weichmacher eingesetzt wurde und im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen.

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Neben diesem Exemplar erhielten noch drei andere Sitze die Gesamtnote "Mangelhaft". So waren die beiden getesteten Modelle "Koos iSize" der Firma Jané ebenfalls mit Naphthalin belastet. Der Osann Fox erhielt in der Hauptkategorie Unfallsicherheit nur die Note "Ausreichend" - und war mit dem Flammschutzmittel TDCP belastet. Dieser Stoff ist vermutlich krebserregend und wurde von der EU-Kommission deshalb in Spielzeug für Kleinkinder verboten.

Allerdings bieten die Firmen Osann und Jané ihren Kunden an, die betroffenen Bezüge gratis austauschen zu lassen. Nachfolger, der Hersteller des aufblasbaren Sitzes, teilte der Stiftung Warentest dagegen mit, man sehe keinen Grund zur Sorge und könne "garantieren, dass unsere Produkte einwandfrei ausgeliefert worden sind".

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Kindersitz

Insgesamt kam die Stiftung Warentest bei der Bewertung von 14 Babyschalen und vier Kindersitzen jedoch zu einem positiven Ergebnis, denn erstmals seit Jahren bestanden alle Exemplare die Crashtests. Zwei Modelle, der bereits genannte Osann Fox und der Maxi-Cosi Cabrio Fix mit der sogenannten Family-Fix-Basis schützten die Crashtestpuppen beim Seitenaufprall jedoch nur ausreichend. Im Falle eines Unfalles bestünde hier ein höheres Verletzungsrisiko für Kinder als bei anderen Modellen.

Neue Modelle nicht besser als Sieger der Vorjahre

Neben den bestandenen Crashtests punkteten mehrere der aktuellen Modelle beim Komfort. So können Kinder bei manchen Exemplaren in der Ruheposition flach liegen, die Schalen zweier Modelle von Britax und auch der Around U von Chicco lassen sich außerdem um 90 Grad zur Tür drehen, um Babys einfacher anschnallen zu können. Trotzdem schnitten die neuen Modelle nicht besser ab als die besten Exemplare früherer Jahrgänge . Die Stiftung Warentest riet deshalb, in den vier Kategorien der Babyschalen, der Kindersitze für Kinder von neun bis 18 Kilogramm Körpergewicht und ab 15 Kilogramm Körpergewicht sowie bei den sogenannten I-Size-Kindersitzen, bei denen der entsprechende Sitz anhand der Körpergröße des Kindes gewählt wird, zu den Siegern aus früheren Tests.

Video: Crashtest mit Airbag-Kindersitz

SPIEGEL ONLINE

Neben der passenden Größe und der Unfallsicherheit sollten Eltern jedoch auch auf den richtigen Einbau des Sitzes achten. So ergab eine Studie der Unfallforschung der Versicherer, dass in 48 Prozent der Autos die Kindersitze nicht richtig gesichert werden. Bei Isofix-Sitzen war die Fehlerquote deutlich niedriger, nur 33 Prozent der Sitze mit dieser Sicherungstechnik wurden falsch verwendet. Diese Sitze werden durch zwei Halteösen starr mit der Karosserie verbunden, das reduziert die Vorwärtsbewegung bei einem Frontalaufprall. Gleichzeitig ist der Einbau solcher Sitze vergleichsweise einfach.

ene
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