Köln Polizei verschickt Warnbriefe an Raser

160 potenzielle Raser haben Post von der Kölner Polizei bekommen. In dem Brief warnen die Beamten die jungen Männer vor harten Konsequenzen.
Unfallstelle in Köln: Kerzen und Blumen für verstorbenen Radfahrer (Archivbild)

Unfallstelle in Köln: Kerzen und Blumen für verstorbenen Radfahrer (Archivbild)

Foto: Oliver Berg/ dpa

Die Kölner Polizei versucht, illegale Autorennen mit persönlicher Ansprache zu verhindern. 160 Männer, die den Behörden seit 2015 im Zusammenhang mit Tuning oder zu schnellem Fahren aufgefallen sind, haben kürzlich einen Brief erhalten, der mit den Worten beginnt: "Sicher fragen Sie sich, was wir von Ihnen wollen!".

"Die Briefe sollen warnen, aber auch zeigen: Wir haben euch im Blick", erklärte eine Polizeisprecherin. Dabei kann das Informationsschreiben auch einen juristischen Nebeneffekt haben. "Sollte einer der Angeschriebenen erneut auffällig werden, wird es für ihn schwer, Fahrlässigkeit nachzuweisen." Das bedeute für den Raser in der Folge höhere Strafen.

Früher gab es für Raser oft nur Bewährungsstrafen

In dem Brief macht die Polizei auf eine historische Entscheidung des Berliner Landgerichts aufmerksam: Zwei junge Männer waren nach einem illegalen Rennen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein 69-jähriger Mann war dabei ums Leben gekommen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

"Wer möchte schon 15 Jahre ins Gefängnis, nur weil man imponieren oder der Schnellste sein wollte?", fragt die Kölner Polizei in ihrem Schreiben. Früher kamen die Fahrer oft mit Geld- oder Bewährungsstrafen davon. Im vergangenen Jahr hatte der Bundesrat einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, um die Beteiligten härter zu bestrafen und so effektiver gegen die Raser-Szene vorgehen zu können.

In Köln gab es vor zwei Jahren eine Serie von tödlichen Unfällen, die mutmaßlich auf Raser zurückzuführen waren. Die Warnbriefe sind Teil eines seitdem laufenden Projekts der Kölner Polizei, das illegale Autorennen unterbinden soll. Ob die Briefaktion wiederholt wird, steht noch nicht fest. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" über die Warnbriefe berichtet. 

mhu/dpa
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