Kölner Karneval Jeck von Front bis Heck

In Köln konkurrieren Ford, Volvo und Toyota/Lexus um die lokale Vorherrschaft. Während des Karnevals erhält diese Konstellation eine durchaus närrische Komponente.


In Wolfsburg, München oder Ingolstadt könnte das nicht passieren. Doch Köln beherbergt drei Automobilhersteller, die dem Karneval ihren Stempel aufdrücken: Ford, Volvo, Citroen und Toyota/Lexus haben die Stadt am Rhein als Hauptquartier auserkoren. Und entsprechend rangelt das automobile Dreigestirn um die Gunst der Honoratioren, um das Image mit der nötigen Portion Lokalkolorit zu bereichern.

Ford Galaxy: Gefährt für das närrische Dreigestirn der Jecken, Prinz, Bauer und Jungfrau
GMS

Ford Galaxy: Gefährt für das närrische Dreigestirn der Jecken, Prinz, Bauer und Jungfrau

Während des Karnevals treibt dieser Wettbewerb, parallel zum gesellschaftlichen Leben der Domstadt, seinem Höhepunkt zu. Ford liegt hier auf den ersten Blick uneinholbar in Front. Die Marke mit der blauen Pflaume als Logo stellt fünf Großraumlimousinen vom Typ Galaxy für das närrische Dreigestirn der Jecken, Prinz, Bauer und Jungfrau.

Seit 41 Jahren bereits tourt das Trio samt Entourage in Ford-Fahrzeugen zu den rund 400 Auftritten pro Session. Und auch der traditionelle Rosenmontagszug wird, was die Fortbewegung betrifft, von Ford dominiert. 53 Ford Transit zuckeln als so genannte Bagagewagen über den Parcours des Frohsinns, an Bord "Kamelle und Strüßchen" (Bonbons und Blumensträuße), die vom Personal auf den Prunkwagen unter die Karnevalisten am Straßenrand geworfen werden.

Ein herber Schlag für Ford: Ausgerechnet der Kölner OB Fritz Schramma fährt einen Volvo S80

Ein herber Schlag für Ford: Ausgerechnet der Kölner OB Fritz Schramma fährt einen Volvo S80

In diesem Jahr aber dürfte Ford auch Thema zahlreicher Büttenreden des Kölner Karnevals sein. Denn nachdem Modelle der Marke über Jahrzehnte von den Oberbürgermeistern und den 16 Bürgermeistern als Dienstautos genutzt wurden, hat der neue OB Fritz Schramma (CDU) auf Schwedenstahl umgesattelt. Er fährt einen Volvo S80, und auch die meisten Bürgermeister touren inzwischen in Volvos zu Terminen. Ein herber Schlag für Ford. Denn Volvo gehört zwar zum Großkonzern, doch eine kölsche Marke werden die Schweden natürlich niemals werden.

Ähnlich gravierend dürfte auch die Tatsache wiegen, dass der Präsident des Deutschen Karnevalsverbandes einen Lexus fährt, das Luxusmodell aus dem Hause Toyota. Zum Glück spielt das ab 28. Februar keine ganz so große Rolle mehr. Dann nämlich ist Aschermittwoch, und an diesem Tag ist bekanntlich alles vorbei.



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