Kompakte SUV-Studien aus Genf Ein Hauch von Abenteuer

Crossover, also die Mischung diverser Autotypen, bleibt ein Lieblingstrend der Autostrategen. Durch die Kreuzung verschiedener Pkw-Gattungen entstehen immer neue Nischen, etwa im Segment der kompakten SUVs. Beim Genfer Autosalon gibt es gleich mehrere frische Ideen dazu.


Tolle Studien und langweilige Serienmodelle - über viele Jahre strapazierte Mazda diesen Widerspruch. Damit sei nun Schluss, versprechen die Verantwortlichen. Auf dem Mazda-Messestand in Genf steht, quasi als Beleg dieser Behauptung, der Geländewagen Minagi - ein Konzept-Fahrzeug. "Aber in einem halben Jahr, auf der IAA in Frankfurt, zeigen wir das Serienmodell, das sich äußerlich kaum mehr verändern wird", sagt Mazda-Sprecher Jochen Münzinger. Innen allerdings schon, denn die stark profilierten Sitze oder die Metallstreben der Mittelkonsole wird es wohl kaum in einem Serienauto geben.

Dennoch wird so aus dem eher hausbackenen, bisherigen Modell CX-7 ein sportlicher und sparsamer CX-5, der eigentlich perfekt in die Zeit passen müsste. Denn vor allem den Geländewagen in der Kompaktklasse sagen Analysten weiterhin üppige Zuwachsraten voraus. Offenbar schätzen immer mehr Autokäufer die hohe Sitzposition und das Gefühl der Unverwundbarkeit in so einem Auto. Der Allradantrieb dagegen gilt als verzichtbar, die meisten Hersteller bieten die Technik daher auch nur noch als aufpreispflichtige Option an.

Um von diesem Trend zu profitieren, setzt Mazda nicht nur auf ein kompaktes Format und eine neue Designsprache im Stil der Studie Shinari, die mit einem spannungsreich gestalteten Blechkleid aufwartet, mit gespannten Muskeln, scharfe Kanten und stark modellierte Flächen. Der 4,58 Meter lange, künftige CX-5 markiert auch technisch einen Neuanfang. Er ist das erste Auto, in dem die Japaner die so genannte Skyactive-Technologien einführen. Der Marketing-Name steht für eine neue Leichtbau-Plattform mit in diesem Fall 2,70 Metern Radstand, eine neue Generation von Benzin- und Dieselmotoren sowie eine neue Getriebefamilie. Das Ziel der Renovierung: weniger Gewicht und reduzierter Verbrauch.

Der CX-5 wird ungefähr 1500 Kilogramm wiegen und damit um rund 300 Kilo leichter sein als das etwas größere Vorgängermodell. Für den schwächsten Dieselmotor im frontgetriebenen Auto rechnet Mazda mit einem Verbrauch von 4,5 Litern, da kommt beispielsweise der VW Tiguan nicht mit.

Seat IBX: Ein kompaktes SUV-Modell aus dem VW-Baukasten?

Während der Weg der Studie Minagi in die Serie nur noch eine Frage der Zeit ist, muss Seat um das Schicksal der ganz neuen Studie IBX noch bangen. Dabei würde ein Kompakt-SUV im Stile des 4,26 Meter lange Zweitürers viel besser in die Palette der spanischen VW-Tochter passen als der eigenwillige Altea Freetrack. Gezeichnet wie ein Coupé fürs Grobe, spricht der IBX die neue Seat-Designsprache, die bei den künftigen spanischen Ablegern von VW Up und VW Golf vorherrschen wird.

Ob die Studie IBX mehr wird als nur ein stilistischer Vorbote, will Seat-Chef James Muir noch nicht bestätigen. Würde es ein Serienauto dieser Machart geben, böte der "Baukasten des Konzerns natürlich alle Möglichkeiten", sagt Muir. Das gilt für die Plattform - etwa von VW Tiguan oder Skoda Roomster - genauso wie für die Motoren, den Allradantrieb und sogar den Plug-In-Hybrid-Baustein, der bei der Studie schon mal eingeplant ist. Die Technik verfügt über so voluminöse Batterien, dass der E-Motor rund 50 Kilometer stromern kann, ehe der Dieselmotor zugeschaltet werden muss. In der Stadt macht das den IBX zum Saubermann, und über Land zum Sparmeister. Denn der Durchschnittsverbrauch läge dann nur bei 2,9 Litern. "Wir schießen nicht ins Blaue und hoffen, dass wir etwas treffen, sondern haben ein Fahrzeug wie den IBX lose in unserer Produktplanung", sagt der Seat-Chef. "Die Chancen stehen fifty-fifty."

Renault Captur: Das Auto mit der integrierten Hängematte

Das kann Renault-Designer Axel Breun von seinen jüngsten Entwurf nicht behaupten. Breun verantwortet die Concept Cars von Renault, in Genf zu sehen ist unter anderem die Studie Captur. Auf den ersten Blick sieht das charmante Goldstück aus wie ein Sprinter in Gummistiefeln. Eine bullige Karosserie, schnittige Türen nach Art eines Lamborghini, bunte Ballonreifen auf 22-Zoll-Rädern und einem Dach mit herausnehmbaren Targa-Elementen prägen das 4,22 lange Messemobil.

Darüber hinaus verfügt es über einen pfiffigen Innenraum. Weil Breun sich weder um realistische Kosten, noch um die Komplexität der Konstruktion und erst recht nicht um die industrielle Fertigung kümmern musste, ließ er dem Captur ein Innenleben verpassen, in dem man sich buchstäblich auch einmal hängen lassen kann. Denn die Sitze werden von meterlangen Gummiseilen gebildet, die ein wenig an Gartenstühle aus den siebziger Jahren erinnern. Die Seile sind einerseits besonders leicht, andererseits aber auch sehr bequem und vor allem flexibel. Das merkt man besonders im Fond, wo das Netzwerk wahlweise als Gepäckspinne, Sitzbank oder Hängematte zur Verfügung steht. Ob das Auto nun eine Chance auf die Serienfertigung hat oder nicht - zumindest der Antrieb hat eine Zukunft: Der 1,6 Liter große Dieselmotor wird bereits in wenigen Wochen mit einer Leistung von 130 PS im Modell Renault Scénic zu kaufen sein.



insgesamt 3 Beiträge
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regenrennen 03.03.2011
1. Als gäbe es kein Morgen!
Für Leute die sowas verkaufen, kaufen, fahren, toll finden. Gruß regenrennen
wanderprediger, 03.03.2011
2. Etwas Neues für Tom
Zitat von sysopCrossover, also die Mischung diverser Autotypen, bleibt ein Lieblingstrend der Autostrategen. Durch die Kreuzung verschiedener Pkw-Gattungen entstehen immer neue Nischen, etwa im Segment der kompakten SUVs.*Beim Genfer Autosalon gibt es gleich mehrere frische Ideen dazu. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,748607,00.html
Herr Grünweg: Neue Nischen entstehen. Kompakte SUV. Ist ja mal was ganz Neues. Vor mehr als 15Jahren gab es bereits kompakte SUV. U.a. den RAV4 3Türer inkl. Reserverad nur 3,72Meter lang und der 5 Türer auch nur kanpp 4Meter. Aber ihr Autojournalisten habt euch darüber ja lustig gemacht. Spassauto! Frauenauto -weil so kompakt! Immer, egal welches Auto in der Länge beim Nachfolgemodell wächst wird, von euch Autospezialisten wie folgt euphorisch gefeiert. Das Auto wird erwachsen. Und auf einmal sind kompakte SUV etwas Neues.
GunnarS 03.03.2011
3. Haesslichkeit
ist wohl angesagt, wenn man diesen Fotos glauben soll. Gilt vor allem fuer den Renault...
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