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Lamborghini Urus: Italienisch auf die harte Tour

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Lamborghini Urus Stier x 4

Das Geld liegt inzwischen neben der Straße - warum sonst präsentiert eine Luxus-Automarke nach der anderen ein SUV? Auf der Autoshow in Peking enthüllt die italienische Audi-Tochtermarke Lamborghini ihre Brachial-Allradler-Studie Urus.

Supersportwagen allein sind Lamborghini nicht mehr genug. Auf der Autoshow in Peking enthüllt der zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer jetzt das genaue Gegenteil eines rasanten Renners: einen monumentalen Geländewagen, ein SUV für Selbstdarsteller. Urus heißt die Studie, das bedeutet Auerochse und der wiederum gilt als Urahn der spanischen Kampfstiere, nach denen Lamborghini normalerweise seine Autos benennt.

Der martialische Stil der Karosserie setzt sich im Innenraum fort. Die Sitze sind dünn und ausgeformt wie in einem Rennwagen, das Cockpit erinnert an das eines Kampfjets - der Startknopf beispielsweise sieht aus wie ein Schalter für den Bombenabwurf. Für die beiden hinteren Passagiere gibt es große Computerdisplays, und natürlich auch Schalensitze.

Der Urus ist ein erster Entwurf. Selbst wenn die Konzernzentrale in Wolfsburg rasch grünes Licht für das Auto gibt, käme das Serienmodell wohl frühestens 2017 auf die Straße. Entsprechend vage sind die technischen Aussagen zu dem Auto. Sicher ist nur, dass sich der Wagen etliche Bauteile mit dem kommenden Audi Q7, dem VW Touareg, dem Porsche Cayenne und dem ähnlich extremen, aber deutlich luxuriös-betulicher positionierten Bentley-SUV teilen würde.

Durch den Einsatz von reichlich Karbon solle der Urus jedoch das leichteste Modell dieser SUV-Armada werden, sagt Entwicklungschef Maurizio Reggiani. Auch übers Kraftstoffsparen denkt der Chefkonstrukteur nach. Unter anderem sollen bewegliche Spoiler an Front und Heck sowie eine Luftfederung dazu beitragen. Letztere dadurch, dass sie den Wagen bei Vollgas so tief wie möglich absenkt, um den Luftwiderstand zu verringern.

Für den Antrieb, heißt es bislang, plane man mit einem 600 PS starken Aggregat. Ein Zwölfzylindermotor werde das keinesfalls sein, erklären die Verantwortlichen; vermutlich nutzt auch Lamborghini den V8-Biturbo-Motor, den Audi gerade im S8 eingeführt hat.

So merkwürdig das klingt: Lamborghini nimmt mit dem Urus eine Traditionslinie wieder auf. Vor 30 Jahren nämlich baute die Marke den Geländewagen LM 002. Damals gab es den Begriff SUV noch gar nicht, und nach 301 gebauten Autos wurde die Produktion im Zuge der damaligen Ölkrise wieder eingestellt. Falls der Urus in Serie geht, ist daher vor allem folgende Frage interessant: Wie teuer wird Benzin im Jahr 2017 sein?

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