Neuer Land Rover Defender Geländelegende 2.0

Mehr als drei Jahre lang hat Land Rover an einem Nachfolger für seinen legendären "Defender" gearbeitet. Jetzt haben die Briten auf der IAA in Frankfurt das neue Modell enthüllt.

Land Rover

Von Thomas Geiger


Es ist fast so, als wollte Land Rover den Betrachtern seines neuesten Werks, das im Rampenlicht auf der IAA steht, die Botschaft ins Bewusstsein prügeln. Knapp ein Dutzend Mal prangt der Schriftzug am Blech, der die berühmte Ahnenlinie verrät: Defender.

Defender, das ist jener legendäre, beinharte Geländewagen, der quasi synonym für die Marke Land Rover steht. Von 1948 bis 2016 wurde er optisch nahezu unverändert gebaut, bis ihm EU-Crashtest-Normen den Garaus machen. Er ist eine automobile Ikone wie der Porsche 911, das Mercedes-G-Modell, der Mini. Ein Auto, das selbst Menschen erkennen, die keine Ahnung von Autos haben.

Für Land Rover-Designchef Gerry McGovern war das ein Problem. Er war mit einer der wohl schwersten Aufgaben betraut, die das Fach in den vergangenen Jahren zu bieten hatte. Nach dem unfreiwilligen Aus des Uralt-Defenders sollte er einen Nachfolger für das Raubein zeichnen. Einen, der einerseits all die Anforderungen geltender Normen im Automobilbau erfüllt, gleichzeitig unverkennbar Defender ist. Offenbar wollte man aber bei Land Rover auf Nummer sicher gehen - und pappte den Schriftzug extra oft aufs Auto.

Aus der Mitte entspringt ein Sitz

Kein Wunder: McGoverns neuer Defender ist ein Auto geworden, das sich mit dem Vorgänger kein Blechteil und keine Linie mehr teilt, das aber zumindest in den Augen des Designers noch immer den gleichen Charakter hat: "Wir wollten uns nicht in ein Korsett zwängen lassen und kein Retro-Modell machen, wollten dem Original aber alle Ehre erweisen." Das Ergebnis nennt McGovern überschwänglich einen "neuen Defender für eine neue Ära." Und einen, den man trotzdem auf Anhieb erkennt: Die kullerrunden Glubschaugen im aufrechten Bug, die steile Frontscheibe, das waagerechte Dach samt Panoramaverglasung mit "Alpine Windows" und das außen angeschlagene Ersatzrad. "Ein Blick genügt, und man hat sofort den Defender im Sinn", schwärmt McGovern.

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Doch egal, wie emsig bei der Optik die Tradition beschworen wird: Technisch verabschiedet sich der Defender, den es, wie den Vorgänger, als kurzen "90er" mit drei Türen oder als gestreckten "110er" mit fünf Türen geben wird, kühl vom Erbe. Das Prinzip des Leiterrahmens mit Starrachsen ist passé, stattdessen rückt der Defender zusammen mit dem Discovery auf eine moderne Plattform. Eine selbsttragende Karosserie, zeitgemäße Benzin- und Dieselmotoren mit Mild- und später Plug-In-Hybrid-Technik und zahlreiche Assistenzsysteme sollen ihn fit für die Zukunft machen. Selbst digitale Instrumente und einen Touchscreen haben die Briten ins Cockpit geschraubt, die Software wird "over the air" aktualisiert und zum Surfen auf der Straße gibt es einen WLAN-Hotspot.

Feuerwehr als Entwicklungshelfer

Immerhin bietet der Defender ein paar Eigenheiten, die man bei anderen Geländewagen vergebens sucht. Wie zuletzt nur der Fiat Multipla und ein paar Lieferwagen hat der Defender einen Klappsitz zwischen Fahrer und Beifahrer. So wird die Familienkutsche zum Mannschaftstransporter. Und wer auf der Rückbank seinen Kleinkram verstauen möchte, muss den nicht in die Sitztasche vor sich stopfen, sondern bekommt auf Wunsch eine Art Wandregal, das sich in die Seitenscheibe einhängen lässt.

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Gleichzeitig wurde bei der Entwicklung die Parallelexistenz des Defenders als Arbeitstier nicht ganz vergessen. Die Briten haben zu diesem Zweck Naturschützer und Rettungsdienste zu Entwicklungspartnern geadelt und ihre Prototypen etwa dem Roten Kreuz überlassen.

Ebenfalls bedacht wird jene Klientel, die den Wagen als Expeditions-, oder Campingfahrzeug nutzt. Zu den mehr als 170 Accessoires und Extras gehören neben Lifestyle-Optionen wie 22 Zoll großen Alurädern, Mattlack oder ausklappbaren Trittstufen auch Expeditionsextras wie Dachzelte, Klappleitern, Druckluftgeneratoren oder Schnorchel für die Luftzufuhr bei tiefen Wasserdurchfahrten. Wie stark der neue Defender die Tradition seines Vorgängers ehrt - darüber werden sich die Fans trotzdem streiten.

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insgesamt 111 Beiträge
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Seite 1
mitch72 10.09.2019
1. Netter Versuch
kommt nur leider überhaupt nicht an das Vorgängermodell heran. Aber ok, habe ja den Range Rover. Dieser basiert zwar auf dem Defender, ist jedoch etwas "ziviler". Trotz allem: Neben Volvo ist Land Rover einer der letzten authentischen Fahrzeugbauer. Hoffe, das bleibt so!
ralfsroessler 10.09.2019
2. Schnell, schnell, schnell
ihr Foristen, die ihr wisst, daß die Wurzel allen Übels, die vollkommen unnötigen SUV´s sind, die ihr wisst, daß diese den Klimawandel quasi im Alleingang verursacht haben..... Bin sehr gespannt auf eure Beschimpfungsorgien für dieses neue Auto
Stäffelesrutscher 10.09.2019
3.
Zitat von ralfsroesslerihr Foristen, die ihr wisst, daß die Wurzel allen Übels, die vollkommen unnötigen SUV´s sind, die ihr wisst, daß diese den Klimawandel quasi im Alleingang verursacht haben..... Bin sehr gespannt auf eure Beschimpfungsorgien für dieses neue Auto
Netter Versuch, aber das ist kein SUV, sondern ein richtiger Geländewagen. Auch wenn in einer Bildunterschrift was von SUV steht.
upalatus 10.09.2019
4.
Der alte Defender war herrlich unperfekt. Alleine die Aussenhaut war wellig, dellig durch das Nieten, und der Innenraum verzieh die übelsten Hobbies und Hundekrallen. Auf das jährliche Abka...en der Elektrik kams dann auch nicht mehr an. Der Spritkonsum und Innenraumlärm waren jedoch suboptimal. Nun ist das Modell ins vorhandene Fahrzeugheer der Perfektion, Putzbedürftigkeit, Vortäuschung und leider auch Beliebigkeit aufgegangen.
conrad.berlin 10.09.2019
5. Schade
Verschränkung und Bodenfreiheit wohl eher Fehlanzeige - noch ein Großstadtgeländewagen.
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