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Lastenfahrräder: Fahrradprämie vom Staat

Foto: Pressedienst Fahrrad/ Kay Tkatzi

Lastenfahrräder Kaufprämie für Cargobikes

Drohende Fahrverbote verunsichern nicht nur die Autofahrer. Auch Paketdienste suchen Alternativen zu den stinkenden, großen Lieferwagen. Eine davon ist das Cargobike. Und das wird jetzt staatlich gefördert.

Auf dem Dieselgipfel Ende 2017 hatte sie es schon angekündigt, nun macht die Bundesregierung ernst. Wenige Tage nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts über die Zulässigkeit von Fahrverboten für Dieselautos beginnt nun die staatliche Förderung von Schwerlasträdern, den sogenannten Cargobikes.

Seit Anfang März schießt der Staat beim Neukauf eines Schwerlastrades 30 Prozent der Anschaffungskosten, maximal jedoch 2500 Euro pro Fahrrad dazu. Gefördert werden Schwerlasträder mit E-Antrieb, einer Zuladungskapazität von 150 Kilogramm und einem Kubikmeter Ladevolumen. Auch elektrifizierte Lastenanhänger oder Fahrradgespanne fallen unter die Förderkriterien. In einer ursprünglichen Fassung des Entwurfs sollten bereits Cargobikes mit einer Zuladung ab 100 Kilogramm gefördert werden - diese wären gerade für kleinere Betriebe interessant gewesen. Die Förderung gilt darüber hinaus rückwirkend auch für Lastenfahrräder, die seit dem 29. November 2017 gekauft wurden.

Allerdings - und das ist der große Wermutstropfen - sind bislang nur gewerbetreibende Radfahrer antragsberechtigt. Privatleute gehen dagegen leer aus. "Die Bundesregierung hat hier eine sehr kleine Lösung angestrebt", sagt Thomas Geißler, Fahrradexperte beim Pressedienst Fahrrad. "Die Entscheidung, die Schwerlasträder ausschließlich für gewerblicher Nutzer zu fördern, greift zu kurz."

Manche Städte haben eigene Förderprogramme

Hinzu kommt, dass kleinere Lastenräder ebenfalls aus der Förderung fallen. "Die großen Schwerlastfahrräder sind für einen sehr speziellen Einsatzzweck konzipiert und es wäre gut gewesen, das gesamte Spektrum an Lastenrädern zu fördern", so Geißler. Generell sei die Kaufprämie aber ein guter Ansatz und ein politisches Signal, um die Verbreitung von Lastenrädern und damit auch umweltfreundliche Verkehrsmittel zu fördern.

Einige Städte haben allerdings eigene Förderprogramme, die sich auch an Privatpersonen richten. So unterstützt beispielsweise München den Kauf eines Lastenrades mit bis zu 1000 Euro. Und auch Regensburg (max. 1000 Euro), Limburg (600 Euro), Heidelberg (max. 500 Euro), Dachau (max. 1000 Euro) oder Bamberg (max. 300Euro), wollen Anreize für Privatpersonen schaffen. Denn noch sind die Lastenfahrräder vergleichsweise teuer, da die Absatzzahlen noch sehr gering ausfallen.

Die Preise werden fallen

Derzeit sind Cargobikes mit einem Anteil von etwa fünf Prozent auf dem Fahrradmarkt noch ein Nischenprodukt und die Produktion und der Anschaffungspreis daher relativ kostspielig. Während kleinere Modelle für den Privatgebrauch bei rund 3500 Euro starten, können die gewerblichen Transport-Velos schon einmal bis zu 10.000 Euro teuer sein. "Sollte durch die Kaufprämien die Nachfrage steigen, werden die Transporträder auf lange Sicht auch deutlich günstiger", sagt Fahrradexperte Geißler.

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Privatnutzern, die keine Zuschüsse bekommen, sich aber dennoch für ein Lastenrad interessieren, bieten sich außerdem eine wachsende Zahl von Cargobike-Sharing-Anbietern in ganz Deutschland an. Inzwischen gibt es deutschlandweit sogar mehr als 50 meist regionale Lastenrad-Projekte wie beispielsweise "Klara" in Hamburg, "MietVelo" in Bremen, "Flotte" in Berlin, "Kasimir" in Köln, "Ella" in Erfurt, oder "Freie Lastenradler" in München, bei denen die Cargobikes sogar kostenlos angeboten werden.

Mehrere Großstädte wollen außerdem ihre städtischen Bike-Sharing-Angebote um Cargobikes ergänzen. In Hamburg beispielsweise sollen beim Fahrradverleihsystem "Stadtrad" ab 2019 dann auch Transporträder an den einzelnen Leihstationen zur Verfügung stehen.

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