Sicherheitsmängel Vier von sechs Leihradanbietern versagen im Test

Wie gut sind Call a Bike und Co.? Die Stiftung Warentest hat sechs Anbieter von Leihrädern untersucht, die Mehrzahl fiel durch - mit haarsträubenden Schwächen.

Mobike-Leihräder
dpa

Mobike-Leihräder


Die Verspätung der S-Bahn zwischen Bahnhof und Büro bequem wieder aufholen: Per Leihrad ist das möglich. Man sollte allerdings darauf achten, für welchen Anbieter man sich entscheidet - denn ansonsten könnte die Fahrt schmerzhaft enden.

Das hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben. Sechs Bikesharing-Anbieter wurden getestet, nur zwei schnitten gut ab. Nextbike lag mit der Gesamtnote 1,9 knapp vor der Bahn-Tochter Call a Bike (Note 2,3). Zwar schnitten auch deren Räder bei der technischen Prüfung nur befriedigend ab (Nextbike mit der Note 2,8, Call a Bike mit einer 3,4), damit ließen sie ihre Konkurrenten jedoch bereits deutlich hinter sich.

Byke-Rad mit besonders schwachen Bremsen

Denn die Räder von Donkey Republic, Mobike und Byke sowie das Pedelec von Limebike erhielten bei der technischen Prüfung allesamt nur die Bewertung "mangelhaft". Die Bremsen der Räder waren dabei besonders schwach: Während die Vorder- und Hinterradbremsen neuer Fahrräder bei der Stiftung Warentest sonst jeweils 150 Kilogramm stoppen müssen, waren es für die Leihräder nur je 120 Kilogramm - und auch das war offenbar zu viel.

Denn kein einziges Fahrrad von Byke, Mobike und Limebike schaffte diesen Test - und nur eines von drei getesteten Donkey-Republic-Rädern. Trauriger Höhepunkt war die Vorderradbremse eines Byke-Rads, die nur knapp 22 Kilogramm abbremste - und damit gerade einmal das Gewicht des Fahrrads. Beim Pedelec des Anbieters Limebike fehlte außerdem ein vorgeschriebener Sicherungsmechanismus für den Elektromotor.

Doch nicht nur die Sicherheit der Räder ließ bei diesen Anbietern zu wünschen übrig, auch ihre Apps senden mehr Daten als nötig. So versendete die Android-App von Mobike unter anderem die Telefonnummer des Nutzers - unverschlüsselt. Hier schnitt vor allem Call a Bike gut ab, obwohl bei der Registrierung vergleichsweise viele persönliche Angaben erforderlich sind.

ene

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insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
tkedm 23.04.2019
1.
Wenn man die Teile schon in Massen an den Straßen stehen sieht, erkennt man schnell, dass es größtenteils Schrott ist. Vor allem mobike fällt mir immer negativ auf. Warum setzt man sich freiwillig auf solchen Ramsch?
fht 23.04.2019
2. Wurden schon Räder stillgelegt?
Aber hier geht es ja "nur" um Menschenleben
Fonso 23.04.2019
3. Glatt daneben
Keine einzige der erwähnten Firmen verleiht Fahrräder. Es handelt sich in keinem Fall um Leih-, sondern ausschließlich um Mieträder.
ptb29 23.04.2019
4. Ich betreibe einigen Aufwand
um mein und die Räder der Familie technisch in Ordnung zu halten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wartung zum Geschäftsmodell der Verleiher gehört. Eher liegt der defekte Schrott in den großen Städten in jeder Ecke.
olli_b 23.04.2019
5. ab und zu gibt es Gründe
Zitat von tkedmWenn man die Teile schon in Massen an den Straßen stehen sieht, erkennt man schnell, dass es größtenteils Schrott ist. Vor allem mobike fällt mir immer negativ auf. Warum setzt man sich freiwillig auf solchen Ramsch?
Man ist in einer fremden Stadt, hat kein eigenes Fahrrad dabei und will nicht bei jeder Strecke den ÖPNV-Linienplan absuchen oder ein Taxi rufen? Die Systeme ohne feste Stationen haben den Vorteil, daß man auch an Ziele abseits der Stationen fahren kann. Nur muß da der Anbieter hinterher sein, die Fahrräder wieder einzusammeln und neu zu verteilen.
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