Lexus-Pläne Jetzt kommt Plan B

Toyotas Luxussparte Lexus demonstriert auf der Tokio Motor Show mit zwei Studien, wohin sich das Design der Marke entwickeln wird. Denn es gilt als ausgemacht, dass sich Lexus in Zukunft stärker vom Mutterhaus Toyota absetzen wird.


Chamäleon-like: Der Toyota PM kann seine Farbe ändern

Chamäleon-like: Der Toyota PM kann seine Farbe ändern

In den USA laufen die Geschäfte bestens. Wer dort Autos der Oberklasse aufzählt, wird Lexus stets in einem Atemzug mit zum Beispiel Mercedes, BMW oder Audi nennen. In anderen Teilen der Welt ist das noch längst nicht so. In Deutschland etwa wurden in diesem Jahr bis einschließlich September 1540 Lexus-Oberklasse-Modelle (laut Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg) neu zugelassen. Damit ist kaum Staat zu machen.

Mit Hybrid-Allradantrieb: Lexus LF-S

Mit Hybrid-Allradantrieb: Lexus LF-S

Doch in Zukunft möchte die Marke ein wenig aggressiver auftreten. Vor allem aber: erkennbarer. Der neue Entwicklungschef von Lexus, Takeshi Yoshida, möchte dazu vor allem das Design der künftigen Modelle schärfer konturieren und so ein eigenständiges Lexus-Gesicht kreiren. Bislang nämlich fallen die Fahrzeuge kaum auf im Straßenverkehr - und das nicht nur auf Grund ihrer geringen Stückzahl.

Wie der künftige Lexus-Look aussehen könnte, zeigt die Marke jetzt bei der Tokio Motor Show. Das heimische Publikum dürfte am meisten überrascht sein, denn bisher werden Lexus-Modelle nicht in Japan verkauft, die Einführung der Marke in ihrem Heimatland ist erst für August 2005 vorgesehen.

Brennstoffzellenfahrzeug Toyota Fine-N

Brennstoffzellenfahrzeug Toyota Fine-N

In Tokio also stehen zwei Studien, die die seltsamen Namenskürzel LF-S und LF-X tragen. Dahinter verbergen sich ein Lexus Future-Sedan und ein Lexus Future-Crossover. Die Limousine mit schmalen, geschlitzten Scheinwerfern, einem nahezu geschlossenen Kühlergrill und einem Kuchenteller-großen Logo auf der Nasenspitze fällt vor allem durch ihre hoch aufragende Motorhaube auf, die zu den Fahrzeugflanken hin in einer deutlichen Stufe abfällt. Das Auto misst 4,91 Meter und wird von einem Hybrid-Allradantrieb mit einem V8-Benzinmotor sowie einem Elektroaggregat bewegt.

Der künftige Lexus-Look wird auf der Tokio Motor Show vorgeführt: Studie LF-X

Der künftige Lexus-Look wird auf der Tokio Motor Show vorgeführt: Studie LF-X

Die Crossover-Studie mit sechs Sitzen erinnert an das Mercedes-Konzeptauto GST, dessen Serienentwicklung längst beschlossen ist. Offenbar glauben einige Oberklasse-Hersteller, dass auch die Kunden dieser Autos auf neue Fahrzeugkonzepte, Karosserieproportionen und Innenraumkonfigurationen warten. Es scheint, als dränge der Kombi auch ins Topsegment, obwohl in diesen Sphären natürlich kein Auto Kombi heißen darf. Der Lexus jedenfalls ist mit einem 4,3-Liter-V8-Benziner motorisiert, hat Allradantrieb und trägt ebenfalls ein "Gesicht", das ihn deutlich von Konkurrenzmarken abhebt.

Hybridauto Toyota SU-HV1

Hybridauto Toyota SU-HV1

Das Lexus-Mutterhaus Toyota blickt in Tokio wesentlich weiter in die Zukunft. Gezeigt werden zum Beispiel das Brennstoffzellenfahrzeug Fine-N, das eine Reichweite von 500 Kilometer hat und je einen Elektromotor pro Rad. Weiter das Hybridauto SU-HV1, ein allradgetriebener SUV mit 3,3-Liter-V6-Benziner und Elektromotor, sowie das Modell PM (Personal Mobility). Der Wagen ist ein Einsitzer, ganz auf Ergonomie getrimmt und ändert immer dann seine Farbe, wenn der Fahrer mit einem anderen PM-Lenker Kontakt über das bordeigene Kommunikationssystem aufnimmt. Eine hübsche Idee, von der man allerdings jetzt schon sagen kann, dass sie so wohl nie Realität wird.

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