CO2-Emissionen EU will erstmals den Verbrauch von Lkw und Bussen begrenzen

Für Autos legt die EU schon seit mehreren Jahren CO2-Grenzwerte fest, nun soll auch der Verbrauch von Nutzfahrzeugen bis 2030 reduziert werden. Die Pläne der Kommission gehen selbst großen Konzernen nicht weit genug.
Mehrere Lkw

Mehrere Lkw

Foto: Volkswagen

Nach Autos will die EU-Kommission auch bei Lastwagen den Ausstoß von Kohlendioxid mit neuen Grenzwerten deutlich senken. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen sollen 2030 mindestens 30 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Als Zwischenetappe soll der Ausstoß bis 2025 um 15 Prozent fallen. Dieses Ziel sei verbindlich und könne durch den Einsatz von Technologien erreicht werden, die bereits heute auf dem Markt seien. Der Ausstoß von CO2 ist unmittelbar an den Spritverbrauch gekoppelt.

Zuvor hatten mehrere Großunternehmen, darunter die Supermarktkette Carrefour, das Einzelhandelsunternehmen Tchibo und die Transportkonzerne DB Schenker und Alstom schärfere Abgasregeln für Lkw gefordert. Der Verkehrssektor sei "Europas größtes Klimaproblem" und für 27 Prozent des gesamten Treibhausgasausstoßes der EU verantwortlich, erklärten sie in einem Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Härtere Grenzwerte technisch möglich

Besonders schlimm seien Lkw, sie machten bereits ein Viertel aller Abgase im Straßenverkehr aus - Tendenz steigend. Im November hatte die Brüsseler Behörde bereits ähnliche Vorgaben für Autos gemacht. Das Parlament und die Mitgliedstaaten müssen den Plänen noch zustimmen.

Technisch wären jedoch sogar noch härtere Grenzwerte möglich. Einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) zufolge könnte der CO2-Ausstoß neuer Lastwagen bis 2025 um 27 Prozent und bis 2030 sogar um 43 Prozent gesenkt werden. Und das wäre laut der ICCT-Analyse nicht einmal teurer: Die notwendigen Technologien würden sich demnach innerhalb eines Jahres bezahlt machen und den Betreibern der Lkw jährlich 7700 Euro an Kraftstoffkosten sparen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisierte die Pläne der EU. "Die CO2-Reduzierungsziele sind insgesamt zu ambitioniert und können Industrie und Transportbranche überfordern", heißt es in einer Stellungnahme des VDA-Präsidenten Bernhard Mattes. Mattes war lange Zeit Chef von Ford Deutschland.

ene/Reuters

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.