Ab 2019 Bund beschließt neue Lkw-Maut-Sätze

Auf die Lkw-Branche kommen strengere Regeln zu. Die Maut wird teurer, der Lärm von Lastwagen kostet erstmals was, und die EU will strengere CO2-Grenzwerte für Brummis festlegen. Wissenschaftlern reicht das noch nicht.
Lkw unter einer Maut-Kontrollbrücke

Lkw unter einer Maut-Kontrollbrücke

Foto: FRANK AUGSTEIN/ AP

Die Betreiber von Lkw sollen künftig für die Lärmbelastung durch Lastwagen zur Kasse gebeten werden - über die Lkw-Maut. Das sieht ein Gesetzentwurf von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor, den das Kabinett am Dienstag beschlossen hat. Zum 1. Januar 2019 sind neue Gebührensätze vorgesehen, die außerdem stärker nach Gewicht der Fahrzeuge unterscheiden.

Die Mauthöhe für Lkw ab 7,5 Tonnen soll aufgrund eines neuen Gutachtens neu festgesetzt werden, damit sollen schwere Lkw für die stärkere Beanspruchung der Straße zur Kasse gebeten werden. Zusätzlich wird ab Juli auf allen rund 40.000 Kilometern Bundesstraße die Maut fällig, bisher waren nur knapp 13.000 Kilometer Bundesstraße mautpflichtig. Durch die neue Regelung steigen die Einnahmen von zuletzt rund 4,8 Milliarden Euro pro Jahr auf voraussichtlich 7,2 Milliarden. Elektro-Lkw werden dagegen von der Maut befreit.

CO2-Grenzwerte für neue Lkw

Doch nicht nur bei der Maut gibt es strengere Vorgaben für Lkw. Die EU-Kommission will erstmals auch für Lastwagen verbindliche Ziele zur Senkung der Kohlendioxidwerte vorgeben, um den Klimaschutz voranzubringen. Demnach soll der CO2-Wert bei neuen Lastwagen von 2019 bis 2025 um 15 Prozent sinken, bis 2030 um insgesamt 30 Prozent. 2022 soll die Zielvorgabe überprüft werden. Zuvor hatten bereits mehrere Konzerne wie beispielsweise Ikea und Siemens strengere Abgaswerte für Lastwagen gefordert.

Hintergrund sind die steigenden Emissionen aus dem Güterverkehr. Sie liegen nach Angaben der EU-Kommission heute um 19 Prozent höher als 1990, weil immer mehr Waren auf der Straße transportiert werden. Die EU-Kommission versucht nun, den Trend mit Vorgaben für bessere Technik der Fahrzeuge umzukehren. Der Vorschlag der Kommission soll am Mittwoch beschlossen werden. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" haben sich zehn Kommissare für strengere Vorgaben eingesetzt. Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger habe im Sinne der Hersteller eine stärkere Anrechnung von Elektro-Lkw gefordert, sich damit aber nicht durchgesetzt.

Härtere Grenzwerte wären technisch möglich

Es wären jedoch noch härtere Grenzwerte technisch möglich: Laut einer Analyse des International Council on Clean Transportation (ICCT) könnte der CO2-Ausstoß neuer Lkw bis 2025 um 27 Prozent und bis 2030 um 43 Prozent gesenkt werden. Die notwendigen Technologien würden sich der Studie zufolge innerhalb eines Jahres bezahlt machen und den Lkw-Betreibern jährlich 7700 Euro an Kraftstoffkosten einsparen.

ene/dpa/Reuters
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