Luftverschmutzung London testet Verbot für Autos mit Verbrennungsmotor

London ist berüchtigt für verschmutzte Luft und hat deshalb eine Citymaut eingeführt. Nun will die Stadt Autos mit Verbrennungsmotor erstmals komplett aus einem Gebiet aussperren.
Elektro-Taxi in London

Elektro-Taxi in London

Foto: DANIEL LEAL-OLIVAS/ AFP

London will eine Straße vollständig für Autos mit reinem Verbrennungsmotor sperren. In dem Pilotversuch soll zunächst der südliche Teil der Moor Lane, einer verhältnismäßig kleinen Straße, für Fahrzeuge abgeriegelt werden, die nicht mit Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb ausgestattet sind. Starten soll die Testphase im April 2019.

Mit diesem Schritt wolle die britische Hauptstadt der Stickoxidbelastung begegnen, hatte Ruth Calderwood, Luftqualitätsmanagerin des Innenstadtdistrikts City of London, bereits am Montag der "Financial Times"  gesagt. Das Verbot für Verbrennungsmotoren könnte später auf weitere Teile City ausgeweitet werden, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Man werde die Ergebnisse des Pilotprojekts "sorgfältig prüfen und die Resultate verwenden, um künftige Vorschläge für andere Gebiete" zu machen.

Damit ist die Metropole auf dem Weg, die ohnehin strengen Regeln weiter zu verschärfen. Schon seit 2003 gibt es eine Citymaut ("Congestion Charge"). Autofahrer müssen von Montag bis Freitag tagsüber 11,50 Pfund (knapp 13 Euro) zahlen, um in die Innenstadt zu gelangen. Für Elektro- und manche Hybridautos entfällt die Gebühr.

Stickoxidwerte über den gesetzlichen Grenzwerten

Für alte Autos hat Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) bereits zusätzliche Belastungen eingeführt. Halter, die in die Innenstadt fahren, müssen zu jeder Tages- und Wochenzeit eine Extra-Gebühr in Höhe von zehn Pfund (11,20 Euro) pro Tag zusätzlich zur Congestion Charge entrichten.

Die Stickoxidwerte liegen in Teilen Londons deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten. Die bisher geplanten Maßnahmen reichen laut Calderwood nicht aus, um die Belastung überall genügend zu reduzieren.

Einen Schritt weiter ist man in der französischen Hauptstadt Paris. Dort ist ein flächendeckender Bann für Autos mit Verbrennungsmotoren für 2030 anvisiert.

nis/dpa