Lotus Exige Rennwagen für die Straße

Seit rund fünfzig Jahren mischt die englische Firma Lotus den Sportwagenmarkt mit sehr leichten und sehr schnellen Modellen auf. In diesen Wochen senkt sich wieder einmal die Startfahne - für das komplett überarbeitete Modell Exige.


 Der Lotus Exige: Gebaut nach den Gesetzen des Motorsports

Der Lotus Exige: Gebaut nach den Gesetzen des Motorsports

Es ist ein Comeback nach zwei Jahren Abstinenz für das Hardcore-Sportcoupé, das damals für knapp eineinhalb Jahre die Konkurrenz der Kompaktrenner aufmischte. Als die erste, handgefertigte Version Anfang des Jahres 2000 vorgestellt wurde, schwärmte die Fachpresse vom "Rennwagen für die Straße". Das neue Modell, verspricht Lotus, werde der "racecar-for-the-road-philosophy" mindestens ebenso sehr gerecht.

Die 1948 von Anthony Colin Bruce Chapman - sein Monogram ACBC findet sich auch im grün-gelben Logo der Marke - gegründete Firma ist seit jeher bekannt für Autos, die nach den Gesetzen des Motorsports gebaut sind. Ohnehin fertigte Lotus zunächst ausschließlich Rennfahrzeuge. Es dauerte bis 1957, ehe das erste straßentaugliche Modell, der Lotus-Seven, auf den Markt kam. Dieser Wagen wird übrigens heute noch gebaut, seit 1973 allerdings von Caterham, die die Rechte von Lotus übernahm.

Design von Russell Carr: Verzicht auf übliches Autoquartett-Auftrumpfen

Design von Russell Carr: Verzicht auf übliches Autoquartett-Auftrumpfen

Vor allem in den sechziger Jahren mehrte Lotus seinen Ruhm, als das Unternehmen an der Formel 1 teilnahm und prompt mithalten konnte. Bereits im Debütjahr 1960 fuhr Stirling Moss zwei Grand-Prix-Siege ein, in Monaco und in den USA. 1963 dann gewann Jim Clark den Weltmeistertitel auf Lotus - und die Marke triumphierte in der Konstrukteurswertung; ein Erfolg, der in den darauf folgenden Jahren noch mehrfach wiederholt wurde.

Matchbox-Modell aus den frühen Siebzigern

Lange ist es her und in der Formel 1 ist längst kein Platz mehr für kleine Hersteller wie Lotus. Aber schnelle Autos bauen die Briten noch immer. Jetzt eben auch den Exige. Das Besondere: Der Wagen verzichtet auf das inzwischen übliche Autoquartett-Auftrumpfen. Ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit variabler Ventilsteuerung bewegt den Exige. Er tut das mit einer Leistung von 192 PS, einem maximalen Drehmoment von 181 Nm und einer Höchstgeschwindigkeit von 237 km/h. Alles noch nicht atemberaubend, jedenfalls nach herkömmlichen Maßstäben. Doch weiter unten in den technischen Daten steht es dann: "Gewicht, fahrbereit: 875 Kilogramm".

Das ist die entscheidende Ansage. Jedes PS braucht lediglich 4,55 Kilogramm bewegen, was den Wagen außergewöhnlich spritzig macht. Von 0 auf Tempo 100 vergehen, gewandtes Bedienen von Gaspedal, Kupplung und Sechsganggetriebe vorausgesetzt, gerade mal 5,2 Sekunden; von 0 bis 160 sind es 13,2 Sekunden. Um das Auto dennoch kontrollierbar zu halten, wurden das Fahrwerk und die Aerodynamik angepasst. Der von Russell Carr designte Wagen sieht aus wie ein Matchbox-Modell aus den frühen Siebzigern: kühne, schwungvolle Linien, eine von Lufteinlässen zerklüftete Karosserie und ein knackiger Heckspoiler.

Sportlenkrad mit nur 32 Zentimetern Durchmesser: Jedes Extra treibt das Gewicht in die Höhe

Sportlenkrad mit nur 32 Zentimetern Durchmesser: Jedes Extra treibt das Gewicht in die Höhe

Zur Standardausstattung zählen eine CD-Musikanlage, ein Sportlenkrad mit nur 32 Zentimetern Durchmesser, Aluminiumpedale, Sportsitze und ABS. Wer es etwas komfortabler möchte, muss das "Touring Pack" bestellen, zu dem elektrische Fensterheber, Alcantara-Verkleidungen, Sonnenblenden und ein Gepäcknetz gehören - doch das treibt natürlich das Gewicht in die Höhe. Noch schlimmer wird es durch die optionale Klimaanlage, die allein 15 Kilogramm wiegt. Sie mag Behaglichkeit im Auto schaffen, aber sie hemmt die Quirligkeit - jedenfalls ein wenig. In den nächsten Wochen sollen die ersten Exige die Produktionsanlagen von Lotus in Hethel bei Norwich verlassen. Der Preis: 44.900 Euro.

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