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Luftverschmutzung: Autos raus aus der Stadt

Foto: Matthias Schrader/ picture alliance / dpa

Luftverschmutzung Madrid will Autos aus dem Zentrum verbannen

Dicke Luft in Madrid: Die spanische Hauptstadt leidet seit Jahren unter den Folgen von Autoabgasen. Damit soll im kommenden Jahr Schluss sein.

Madrid - Die Stadtverwaltung in Madrid will den Autoverkehr aus dem Zentrum verdrängen. Nach Informationen der Zeitung "El País"  sollen ab dem kommenden Jahr rund um den Platz Puerta del Sol, den kommerziellen Treffpunkt der Altstadt, nur noch die Anwohner freie Fahrt haben. Andere Pkw-Nutzer sollen im Zentrum der spanischen Hauptstadt künftig nur bestimmte Hauptstraßen befahren dürfen, berichtete das Blatt am Montag unter Berufung auf unterrichtete Kreise der Stadtverwaltung.

Die Madrider Bürgermeisterin Ana Botella bestätigte, dass in der Altstadt mehr Fußgängerzonen eingerichtet und die verkehrsberuhigten Zonen ausgeweitet werden sollen. "Wir wollen, dass das Zentrum für die Fußgänger da ist, dass es sauberer und umweltfreundlicher wird", sagte die konservative Politikerin. Die Details der Pläne seien noch nicht entschieden. Darüber liefen Gespräche mit den Anwohnern und den Ladenbesitzern.

Madrid ist nicht die einzige Stadt in Europa, die den Autoverkehr in der Innenstadt reduzieren möchte. London erhebt beispielsweise seit mehr als zehn Jahren eine City-Maut, um Reisende auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel oder zum Zu-Fuß-Gehen zu bewegen. Im Sommer musste Paris einen Teil des Autoverkehrs wegen dicker Luft stilllegen. Auch Estlands Hauptstadt Tallinn versucht, den privaten Autoverkehr einzudämmen: Seit Anfang 2013 können hier Bürger den ÖPNV kostenlos nutzen.

Besitzer von besonders umweltschädlichen Autos zahlen extra

Madrid überschreitet seit mehreren Jahren bei den Abgaswerten die von der EU vorgegebene Obergrenzen. In diesem Sommer wurden in der Stadt neue Parkuhren aufgestellt, die über das Eintippen der Autokennzeichen die Modelle erkennen. Besitzer von Autos mit hohen Schadstoffwerten müssen höhere Gebühren zahlen. Seit mehreren Jahren ist das Parken im gesamten Innenstadtbereich gebührenpflichtig.

mhu/dpa