Rollerflut Mailand verbannt E-Scooter

Mailand ist mit der wachsenden Zahl von E-Scootern überfordert. Einem Zeitungsbericht zufolge hat die italienische Stadt die Verleiher nun aufgefordert, ihre Roller zu entfernen.

Vorerst scooterfrei: Die Innenstadt Mailands
Stefano Rellandini / REUTERS

Vorerst scooterfrei: Die Innenstadt Mailands


In Mailand sollen E-Roller rasch aus dem öffentlichen Raum verschwinden - bis auf Weiteres. Die Kommunalverwaltung der norditalienischen Metropole habe die Verleiher am Mittwoch aufgefordert, die Fahrzeuge innerhalb von drei Tagen abzuziehen, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". Bei der Kommune war am Freitag zunächst keine Bestätigung dafür zu erhalten.

In Mailand kam dem Bericht zufolge der erste Anbieter von E-Stehrollern im Oktober 2018 auf den Markt. Im Juli hätten bereits sieben Anbieter E-Scooter in der Stadt zur Verfügung gestellt - und das, obwohl erst Ende Juli eine offizielle Testphase der Stadt gestartet sei.

Scooter müssen weichen, bis alle nötigen Schilder angebracht sind

E-Scooter dürfen in Italien seit Juni nur in Fußgängerzonen, auf Fußgänger- und Radwegen sowie in Tempo-30-Bereichen fahren. Kommunen müssen die Nutzungsregeln öffentlich sichtbar anbringen.

Bis die Stadt auf die Fahrzeuge vorbereitet ist, also etwa alle Hinweisschilder angebracht hat, sollen die E-Tretroller erst mal weichen, wie der "Corriere" schrieb. Zu der Entscheidung trug möglicherweise bei, dass die Staatsanwaltschaft nach einem Unfall mit einem Fußgänger Ermittlungen aufgenommen hat.

In Deutschland sind die E-Stehroller seit zwei Monaten zugelassen. Sie dürfen auf Radwegen und der Fahrbahn fahren.

ene/dpa



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Bakturs 16.08.2019
1. Seltsames Vorgehen
"Bis die Stadt auf die Fahrzeuge vorbereitet ist, also etwa alle Hinweisschilder angebracht hat, sollen die E-Tretroller erst mal weichen, wie der "Corriere" schrieb." Also weil die Stadt Mailand es verpennt, entsprechende Nutzungsschilder aufzuhängen, müssen die Verleiher ihre Geräte innerhalb von drei Tagen abziehen? Wie wäre es, wenn Mailing innerhalb von drei Tagen die jeweiligen Hinweisschilder einfach anbringt. Das sollte doch wohl nicht so schwierig sein. Auch in Italien.
bauigel 16.08.2019
2. Das Problem
Das Problem sind nicht die Roller an sich, sondern die Fahrer die meinen sie hätten keine Regeln und keinerlei Rücksicht zu nehmen. Das ist in D identisch.
Abel Frühstück 16.08.2019
3.
Das nur zu der hier öfter geäußerten These, Probleme mit den Dingern gebe es mal wieder "nur in Deutschland". Ob in Wien, Paris, Barcelona, nun auch Mailand - die fallen den Leuten in vielen Ländern auf die Nerven. Es sind die rücksichtslosen Fahrer leider.
zeichenkette 16.08.2019
4. Die Regeln helfen sehr wenig
Das Problem ist, das sich keiner dran hält. Ich sehe hier (westdeutsche Großstadt) täglich Roller, die von Kindern gefahren werden, die mit zwei Personen gefahren werden und die ganz selbstverständlich auf Gehwegen und in Fußgängerzonen gefahren werden. Alles davon ist nicht erlaubt, interessiert aber keinen. Der Knackpunkt ist einfach der, dass Leute diese Dinger als Spielzeuge oder bestenfalls Gehhilfe betrachten und jede Art von einschränkenden Vorschriften praktisch als Eingriff in ihre persönliche Freiheit empfinden. Etwa so, als ob man ihnen vorschreiben wollte, wie sie zu gehen haben. Ein wenig kann man das sogar verstehen. Das Problem sind auch gar nicht die Roller oder deren Fahrer, das Problem sind die Firmen, die diese Dinger massenhaft in den öffentlichen Raum stellen, woraufhin sie dann vor allem von Touristen benutzt werden, denen eh alles egal ist, weil sie in zwei Tagen wieder weg sind. Wenn man die erst kaufen müsste, würde sich das, wenn überhaupt, so langsam entwickeln, dass die Leute und Städte damit auch zurechtkommen.
neurobi 16.08.2019
5.
"E-Scooter dürfen in Italien seit Juni nur in Fußgängerzonen, auf Fußgänger- und Radwegen sowie in Tempo-30-Bereichen fahren. Kommunen müssen die Nutzungsregeln öffentlich sichtbar anbringen." Zum Teil genau dort, wo es in Deutschland verboten ist, in Fußgängerzonen und auf Fußgängerwegen. Schön, dann schauen wir mal was weniger Unfälle mit sich bringt. Ich tippe auf Italien. Fahrzeuge mit einer VMAX von 20km/h gehören nicht auf Straßen, auf denen 50 gefahren werden darf. Aber in Deutschland arbeitet man ja schon an der Lösung und rollt das Umweltschädliche Tempo 30 in der Stadt immer weiter aus, in der Hoffnung, dass weniger Menschen Auto fahren. Das tritt allerdings nicht ein, weil Alternativen fehlen.
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