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09. Mai 2008, 15:51 Uhr

Maserati-Lampe

Schneller Schein

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Eigentlich sollte Marco Morosini neue Leuchten für die Ausstellungsräume von Maserati entwerfen. Doch weil so viele Kunden die Lampen im Autohaus des italienischen Sportwagenherstellers gleich mitnehmen wollten, gibt es den strahlenden Dreizack jetzt für das Eigenheim.

In Kooperation mit dem Lampenhersteller Lumina haben die Italiener zwei eigenwillige Leuchten mit stilisiertem Dreizack und in Form des klassischen Maserati-Kühlergrills entworfen, die weniger die Garage als das Wohnzimmer schmücken sollen. Präsentiert wurden Tisch- und Stehlampe Ende vergangenen Monats auf der Mailänder Designwoche. In diesen Tagen kommen die ersten Exemplare in den Handel.

Maserati-Lampen: Den leuchtenden Kühlergrill samt Dreizack gibt es in zwei Höhen.

Maserati-Lampen: Den leuchtenden Kühlergrill samt Dreizack gibt es in zwei Höhen.

Anders als bei anderen Devotionalien auf dem PS-Basar läuft der Vertrieb allerdings nicht über die Autohäuser. "Die neue 'Maserati Lamp' gibt es nur im autorisierten Handelsnetz von Lumina", sagt Firmensprecher Andrea Bonomi. Dabei war die Sache ganz anders geplant.

Denn eigentlich hatte Maserati bei Designer Marco Morosini nur ein paar neue Leuchten für Showrooms und Messestände in Auftrag gegeben. "Doch kaum waren die Lampen aufgestellt, standen die ersten Kunden bei den Autohändlern", erzählt Bonomi. Italophilen Besserverdienern wollten zu ihrem Quattroporte oder Gran Turismo gleich auch noch den schönen Schein fürs Wohnzimmer bestellen - oder statt der Autos nur die Lampen.

Nachdem immer mehr Kunden ihr Kaufinteresse bekräftigt hatten, verhandelten die beiden italienischen Traditionsmarken noch einmal über Lizenzen und Tantiemen - und wurden sich offenbar einig, denn jetzt startet die Serienfertigung. Dabei überzeuge die polierte und mit Lasern aus Stahl geschnittene Lampe auf den ersten Blick "mit einer Idee von Eleganz und einfachen Stils", behauptet Bonomi.

Die Form ist schlicht und der Effekt ist tatsächlich beachtlich. Dafür muss man die Lampe aber erst einmal anschalten und dazu sanft an den Dreizack fassen. Wer mit den Fingern länger über das Maserati-Logo streift, entdeckt gleich auch noch den Dimmer.

Vorbild war ein Pininfarina-Entwurf aus den Fünfzigern

Zwar hat Morosini nicht direkt mit den Designern der feinen Fiat-Tochter zusammengearbeitet. Doch der Lampen-Experte wühlte sich durch die Maserati-Geschichte und blieb bei einem frühen Entwurf von Design-Altmeister Pininfarina hängen. Ein von ihm in den fünfziger Jahren gezeichneter Kühlergrill lieferte die Vorlage für die Lampe, und das Produktionsverfahren haben die Lichtbildner von den Autobauern gleich mit übernommen. "Lumina nutzt zur Metallbearbeitung die selben alten Maschinen, auf denen Pininfarina und Maserati früher die Frontmasken für ihre Autos herstellten", erzählt Bonomi.

Als verbindendes Element zwischen Maserati und Lumina kann auch der Preis angesehen werden. Denn so, wie ein Quattroporte eben etwas mehr kostet als ein Lexus oder ein Jaguar, so muss man auch für die Lampe tiefer in die Tasche greifen. Während es günstigste Leuchten bei Ikea schon für weniger als zehn Euro gibt, strahlt der kleine Dreizack im Wohnzimmer für 1100 und der große für 1261 Euro.

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