Maut für Autofahrer Grüner Politiker fordert City-Gebühr

Winfried Hermann, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, fordert, Autofahrer in Städten zur Kasse zu bitten: Eine flächendeckende Pkw-Maut lehnt er zwar ab, wer aber in die Zentren der Großstädte fahren will, soll zahlen. Sein Vorbild: London und Stockholm.


Berlin - Der Grünen-Politiker und Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann, hat sich anstelle einer flächendeckenden Pkw-Maut für die Einführung einer City-Maut in großen Städten ausgesprochen. Damit ließen sich die zunehmenden Pendlerströme deutlich senken und die Lebensqualität in den Zentren der Städte wieder erhöhen, sagte Hermann der "Rheinpfalz am Sonntag".

Die Einfahrtsgebühr solle von den Kommunen festgelegt werden und zwischen fünf und zehn Euro liegen, um einen finanziellen Anreiz für das Umsteigen auf Bus oder Bahn zu geben, forderte der Grünen-Politiker. Voll besetzte Autos sollten hingegen auch weiterhin gebührenfrei in die Innenstädte fahren dürfen.

In europäischen Metropolen wie London oder Stockholm seien mit der City-Maut bereits gute Erfahrungen gemacht worden. Eine flächendeckende Pkw-Maut, wie vom Umweltbundesamt gefordert, lehnte Hermann ab. Das sei schon aus Datenschutzgründen illusorisch. Es könne nicht jeder Meter, den ein Autofahrer zurücklege, erfasst werden. Auch die Kosten wären zu hoch.

Hermann schlug stattdessen vor, die bestehende Lkw-Maut auf vierspurige autobahnähnliche Straßen auszudehnen und Kleinlaster ab 3,5 Tonnen in die Mautpflicht einzubeziehen. Gegenwärtig würden immer mehr Güter mit kleineren Lkw auf Landstraßen transportiert, um die Maut zu umgehen. Diese Lücke müsse geschlossen werden.

bim/dpa



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Seite 1
Michael Giertz, 17.04.2010
1. Teilweise dafür
Zitat von sysopWinfried Hermann, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, fordert, Autofahrer in Städten zur Kasse zu bitten: Eine flächendeckende PKW-Maut lehnt er zwar ab, wer aber in die Zentren der Großstädte fahren will, soll zahlen. Sein Vorbild: London und Stockholm. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,689578,00.html
Bin ich dafür - allerdings nur mit Ausnahmeregelungen für Autofahrer, die im Stadtzentrum schaffen müssen - oder dort wohnen. Überdies wird ja schon vielfach über hohe Parkgebühren der Verkehr geregelt - wer nicht in der Innenstadt parken will, weil die Parkgebühren horrend sind, weicht eher auf die äußeren Stadtbereiche aus und läuft zu Fuß. Andererseits: eine Stadt wie Dresden hat einen riesigen Innenstadtbereich, der ungefähr 5km Durchmesser hat - was in anderen Städten, z.B. Ulm praktisch die gesamte Stadt abdeckt ... P.S. Die Maut für LKWs sollte in der Stadt prinzipiell das Doppelte von der PKW-Maut betragen - und für's gesamte Stadtgebiet gelten.
Boandlgraber 17.04.2010
2. Missverständnis
Der Mann hat wahrscheinlich mal gehört, dass man erst sprechen darf, wenn der Mund leer ist und gemerkt hat er sich, dass er nur spricht, wenn der Kopf ganz leer. ;)
prophet46 17.04.2010
3. Gerede
Zitat von sysopWinfried Hermann, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, fordert, Autofahrer in Städten zur Kasse zu bitten: Eine flächendeckende PKW-Maut lehnt er zwar ab, wer aber in die Zentren der Großstädte fahren will, soll zahlen. Sein Vorbild: London und Stockholm. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,689578,00.html
Lasst sie ruhig fordern. Sie sind mit ihrer Meinung in der absoluten Minderheit. Wenn juckt daher? Die Grünen fordern sowieso und immer Steuern auf alles was sich bewegt. Es ist das Mikado-Syndrom von Leute, die überwiegend vom Staat allimentiert werden.
Rockaxe 17.04.2010
4. au ja,...
gaaaanz tolle Idee. Aber bitte nur unter folgenden Voraussetzungen: keine Einkaufsmöglichkeiten für grosse, schwere oder sperrige Gegenstände in den Städten. genügend P&R Parkplätze und Busse für die dortigen Anwohner und Arbeitnehmer (sofern es dann noch soviele davon gibt). Der Mann sollte nicht so realitätsfremd sein. Man kann nicht London mit einer Stadt wie z. B. Koblenz, Wiesbaden, Mainz, Saarbrücken, oder ähnlichen vergleichen. London oder auch Stockholm haben eine hervorragende ÖPNV-Struktur und liegen in preislichen Regionen die sich jeder leisten kann. Davon sind wir hier in Deutschland in fast allen Gebieten Lichtjahre entfernt. Die Gemeinden und Kommunen sollen erstmal für einen anständigen ÖPNV bzw. vernünftiges P&R sorgen, dann kommen die Nutzer von selber. Hier bei uns gab es mal ein sogenantes TOP-Ticket kostete für das gesamte Streckennetz nur 49,- DM und ab 19:30 h noch eine zweite Person kostenfrei dabei (Mo-So). Soweit so gut, aber uninteressant für die meisten Arbeitnehmer in dieser Zeit und für Schüler (man macht sich ja nicht selbst Konkurenz für die teueren Schülerzeitkarten) da dieses Ticket immer erst ab 9:00 Uhr galt. Irgendwann wurde es mangels Nachfrage - meines Wissens nach - wieder eingestampft. Warum nur? So ähnlich sieht es bestimmt in anderen Teilen unserer Republik auch aus. Positive Beispiele gibt es bestimmt auch. Aber das dürfte eher die Ausnahme als die Regel sein. Dann gibt es die Dörfer an denen außer dem Schulbus, einmal vormittags und einmal gegen Nachmittag ein Bus hält. Sonst nicht und u. U. Sonntags gar nicht.
A-Schindler, 17.04.2010
5. ...
Zitat von sysopWinfried Hermann, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, fordert, Autofahrer in Städten zur Kasse zu bitten: Eine flächendeckende PKW-Maut lehnt er zwar ab, wer aber in die Zentren der Großstädte fahren will, soll zahlen. Sein Vorbild: London und Stockholm. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,689578,00.html
Die Geschäfte auf der Grünen Wiese wird es freuen... Ich würde dann mehr im Internet Bestellen und die Geschäfte in der Innenstadt nur noch selten Besuchen. Ob die City-Maut allerdings zur Belebung der Innenstädte Beiträgt möchte ich auch Bezweifeln, denn die Anwohner müssten sehr viel Maut bezahlen und vor allem deren Besucher.
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