Streit um Dieselnachrüstung VW-Chef fordert zu sachlicherer Debatte auf

Die Diskussion über Dieselfahrverbote in deutschen Städten werde "zu emotional" geführt, sagt VW-Chef Herbert Diess. Man spreche sich nicht gegen Hardware-Nachrüstung aus - werde Kosten aber nur zu 80 Prozent tragen.
Herbert Diess

Herbert Diess

Foto: Michael Sohn/ AP

Im Streit um mögliche Dieselfahrverbote wegen zu schmutziger Luft in deutschen Städten hat VW-Konzernchef Herbert Diess eine zu emotionale Diskussion kritisiert. "Wir sehen da schon Verantwortung für uns, gerade bei Volkswagen", sagte er am Donnerstag in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Dennoch halte ich die Diskussion, die wir jetzt führen, für zu emotional."

Gleichzeitig betonte Diess, dass Volkswagen sich nicht gegen die Hardware-Nachrüstung ausspreche. Wenn es entsprechende gesetzeskonforme Lösungen gebe, werde VW sich daran beteiligen - "wenn's denn der Kunde dann auch will". Allerdings wolle VW die Kosten weiterhin nur zu 80 Prozent tragen. Darüber hinaus seien die betroffenen Dieselfahrzeuge nach den Software-Updates zu "100 Prozent gesetzeskonform".

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) war ebenfalls Gast der Illner-Talkrunde und sagte dabei: "Es gibt die klare Erwartung, dass die Diesel-Kunden nicht zur Kasse gebeten werden." Die Konzerne müssten sich um die Autobesitzer kümmern - und auch die Kommunen hätten mit Blick etwa auf intelligente Verkehrssteuerung eine Aufgabe.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In Deutschland wird vielerorts der Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten. Es kann Atemwege und Augen reizen, die Lungenfunktion stören oder zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Gerichte haben deshalb zum Beispiel für Stuttgart, Hamburg und Berlin streckenweise Fahrverbote für ältere Diesel für 2019 angeordnet.

Dieselstreit als hessisches Wahlkampfthema

Am Donnerstag übten Kanzlerin Angela Merkel und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) weiter Druck auf die Autoindustrie aus. "Es ist so unglaublich ärgerlich, dass die deutsche Automobilindustrie so viel Vertrauen verspielt hat, weil das ein so wichtiger Wirtschaftszweig ist", sagte Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fulda. "Und deshalb muss die Automobilindustrie endlich auch die Lehren daraus ziehen." Die Firmen müssten den Schaden, den sie angerichtet hätten, wieder gutmachen.

In Hessen wird am Sonntag gewählt. Ministerpräsident Bouffier kritisierte in Fulda, wie unterschiedlich etwa Volkswagen bei der Schadensbegrenzung vorgehe: Es sei nicht zu akzeptieren, dass in Amerika Milliarden bezahlt würden, "damit da keiner von VW in den Knast geht. Und hier in Deutschland versuchen die sich vom Acker zu machen." Er hoffe, dass VW seine Position in Deutschland überdenke. "Ich möchte nicht, dass der Dieselfahrer der Dumme ist."

aar/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.