Radweg in Meerssen Wo Autos sich verdünnisieren sollen

Eine niederländische Kleinstadt wollte mehr Platz für Radfahrer schaffen - und schrumpfte die Fahrspur für Autos auf einen halben Meter. Im Alltag wird es trotzdem selten zu Problemen kommen.
Die Kuileneindestraat im Niederländischen Meerssen

Die Kuileneindestraat im Niederländischen Meerssen

Foto: ROB ENGELAAR/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Links und rechts je ein roter Fahrradstreifen, dazwischen verläuft die schwarze Fahrspur für Autos - in der Mitte der Straße verengt sie sich jedoch zu einem Nadelöhr, schmaler als ein durchschnittlicher Radweg. Was wirkt wie ein Kunstinstallation oder das Ergebnis nachlässiger Bauarbeiter ist von der niederländischen Gemeinde Meerssen durchaus beabsichtigt: Gehwege und Fahrradspuren wurden von der zuständigen Gemeinde verbreitert, auf Kosten der normalen Fahrspur für Autos.

Damit treibt Meerssen auf die Spitze, was viele Stadtplaner auch in Deutschland schon längere Zeit fordern: nämlich die Straße zwischen den Verkehrsteilnehmern neu zu verteilen.

Da die betroffene Straße in Meerssen nicht an allen Stellen gleich breit ist, die Radwege aber immer gleich groß sein sollten, entstand so ein Weg für Autofahrer, der an der schmalsten Stelle nicht mehr als 0,5 Meter misst. Ein VW Golf ist aber etwa 1,80 Meter breit - und kann somit gar nicht die Spur halten. Im Alltag dürfte die vermeintliche Engstelle dennoch kein Problem sein: Die roten Radwege sind mit einer gestrichelten Linie abgegrenzt und dürfen von Autofahrern befahren werden - solange dort niemand in die Pedale tritt. Autofahrer im roten Bereich wird es sicher häufiger geben, denn die Straße darf sogar in beide Richtungen befahren werden.

ene
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