Mercedes E-Klasse Hybrid Neuer Schwaben-Streich

Sparen, so heißt es im Volksmund, sei eine durch und durch schwäbische Tugend. Mercedes macht diesem Ruf jetzt alle Ehre - mit der Präsentation der vielleicht schwäbischsten E-Klasse aller Zeiten, die mit einem Diesel-Hybrid-System als Antrieb aufwartet.


Das sind gute Nachrichten für Controller und umweltbewusste Fuhrparkmanager. Mercedes bringt demnächst die bislang sparsamste Business-Limousine der Welt auf den Markt. Das zumindest ist die Ansage, mit der die Schwaben im Januar auf der Motorshow in Detroit die erste Hybridversion der Mercedes E-Klasse enthüllen werden. Das Auto mit Diesel-Hybrid-Antrieb verbraucht auf dem Prüfstand nur noch 4,2 Liter und lässt damit auch andere Fahrzeuge mit Hybridtechnik geradezu durstig erscheinen.

Technisch basiert der neue Antrieb auf einem Paket, das man schon seit einigen Jahren in der S-Klasse kaufen kann. Doch wurde der bekannte Antriebstrang für den Einsatz in der E-Klasse an drei entscheidenden Stellen weiterentwickelt: Der Elektromotor ist mit 29 PS und 250 Nm Drehmoment jetzt stark genug, um die Limousine bei gemächlicher Fahrt auch alleine antreiben zu können. Der Lithium-Ionen-Akku vorn unter Haube liefert mit einer Kapazität von 0,8 kWh genügend Saft für rein elektrische Kurzstrecken. Und als Verbrennungsmotor kommt statt des bisherigen V6-Benziners nun ein Vierzylinder-Diesel zum Einsatz. Das System ist so handlich und kompakt, dass kein Laderaum verloren geht und Mercedes die Hybrid-E-Klasse als einziges Modell in diesem Segment auch als Kombi anbietet.

Zum Einsatz kommt der 2,2 Liter große Selbstzünder OM651, der bereits die S-Klasse und die M-Klasse zum Sparmobil macht. Die Maschine leistet 204 PS, geht mit 500 Nm zu Werke und ist dank der elektrischen Unterstützung mit etwa 0,7 Litern weniger zufrieden als im normalen E 250 CDI. Dennoch ist die E-Klasse mit Hybridantrieb keine Spaßbremse: Den Sprint auf Tempo 100 schafft der Wagen unverändert in 7,5 Sekunden und Schluss ist erst bei 242 km/h.

Möglich wird der niedrige Verbrauch nicht allein durch die Unterstützung des Stromers und die rein elektrischen Etappen, die bei lediglich einem Kilometer E-Reichweite bei maximal 35 km/h vergleichsweise geringen Einfluss haben werden. Weit größeren Effekt für die Energieersparnis hat dagegen in erster Linie das so genannte Segeln. Künftig schaltet sich bei gleichmäßiger Fahrt bis zu einem Tempo von 160 km/h der Verbrenner einfach ab, und dann rollt die E-Klasse im Leerlauf über die Autobahn.

Für die USA und China baut Mercedes eine Hybridversion mit V6-Benziner

Sollten sich die Prüfstandswerte in der Praxis auch nur annähernd bestätigen, hätte Mercedes die schwäbischen Spartugenden eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Klar ist aber auch, dass Mercedes mit einem Diesel-Hybrid-Auto außerhalb Europas keinen Stich machen wird. Deshalb steht der E 300 Blue-Tec-Hybrid auf der Messe in Detroit nicht allein auf der Bühne, sondern daneben parkt ein E 400 Hybrid, der für die US-Kunden, für chinesische Käufer und jene im Rest der Welt gemacht ist und nach alter Väter Sitte auf einen Benziner als maßgebliche Kraftquelle setzt. In diesem Auto kommt der V6-Motor aus dem E 350 zum Einsatz, der aus 3,5 Litern Hubraum 306 PS schöpft und 370 Nm entwickelt. Dank der elektrischen Unterstützung sinkt der Verbrauch nach US-Norm auf 27 Miles per Gallon (mpg) oder umgerechnet 8,7 Liter auf 100 Kilometer. Das sind rund zwei Liter weniger als ohne den elektrischen Hilfsmotor.

Im Alltag können sich Fahrer und Flottenmanager auf niedrige Verbrauchswerte und damit geringe Unterhaltskosten freuen. Doch wird das Sparen trotzdem einen hohen Preis haben. Den Verkaufspreis der Autos hat Mercedes zwar noch nicht verraten, doch weil die Schwaben mit Diesel und Hybrid die beiden aufwändigsten Antriebstechnologien kombinieren, dürfte das neue Modell vermutlich zum teuersten Modell der Baureihe werden - der AMG-Renner einmal ausgenommen.

Ein Hybridantrieb, der vor allem die Leistung anheben soll

Mit dem teilelektrischen Engagement ist Mercedes in Detroit übrigens nicht allein. Auch Konkurrent BMW zeigt auf der US-Messe ein erweitertes Programm an Doppelmotor-Modellen. Nach 7er und F7er Active-Hybrid bekommt auch der neue BMW 3er nun einen Hilfsmotor - und wird erstmals auf der Messe gezeigt. Allerdings geht es BMW beim Hybrideinsatz mindestens so sehr ums Spurten wie ums Sparen. Und so kombinieren die Bayern den 54 PS starken Elektromotor mit dem stärksten Reihensechszylinder und machen die Hybridvariante mit einer Systemleistung von 340 PS zum stärksten Modell der Baureihe - zumindest bis zur Premiere des M3.

Entsprechend hoch ist der Verbrauch des weiß-blauen Vorzeigemodells. Zwar ist das Hybridauto knapp 15 Prozent sparsamer als der vergleichbare 335i. Doch mit 6,4 Litern Normverbrauch liegt er mehr als zwei Liter über der deutlich größeren Mercedes E-Klasse.



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
truereader 21.12.2011
1. schön
Zitat von sysopSparen, so heißt es im Volksmund, sei eine durch und durch schwäbische Tugend. Mercedes macht diesem Ruf jetzt alle Ehre - mit der Präsentation der vielleicht schwäbischste E-Klasse aller Zeiten, die mit einem Diesel-Hybrid-System als Antrieb aufwartet. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,804554,00.html
schön, dass die Schwaben hier bei den Autos auch das Sparen anführen. Im kommenden Jahr wird Volvo mit dem V60 Plugin Hybrid die Latte höher setzen. Eine Spaßbremse ist auch das Auto dann nicht. Aber um Spaß alleine sollte es nicht gehen. Gell?!
Olaf 21.12.2011
2. .
Zitat von truereaderschön, dass die Schwaben hier bei den Autos auch das Sparen anführen. Im kommenden Jahr wird Volvo mit dem V60 Plugin Hybrid die Latte höher setzen. Eine Spaßbremse ist auch das Auto dann nicht. Aber um Spaß alleine sollte es nicht gehen. Gell?!
Um Gottes Willen, nein. Alles was mit Spaß zu tun hat ist irgendwie umweltschädlich und daher absolut undeutsch. Da sollte man sich vorher eine saubere Begründung zurechtrationalisieren, die man auch selber glauben kann. Bei Mercedes wird hoher Wiederverkaufswert und niedrige Ersatzteilkosten gerne genommen. Was gar nicht geht ist die Wahrheit: Also ich fahre gerne schnell Auto oder ich steh' drauf wenn allle neidisch werden. Das wäre auch undeutsch.
mediamagd 21.12.2011
3. Tipp...
Zitat von OlafUm Gottes Willen, nein. Alles was mit Spaß zu tun hat ist irgendwie umweltschädlich und daher absolut undeutsch. Da sollte man sich vorher eine saubere Begründung zurechtrationalisieren, die man auch selber glauben kann. Bei Mercedes wird hoher Wiederverkaufswert und niedrige Ersatzteilkosten gerne genommen. Was gar nicht geht ist die Wahrheit: Also ich fahre gerne schnell Auto oder ich steh' drauf wenn allle neidisch werden. Das wäre auch undeutsch.
Also, neidisch werden alle auch ohne Hybrid; und vom gesparten Geld kann man sich dann noch 'ne Rolex zulegen...
H-Vollmilch 21.12.2011
4.
Zitat von OlafUm Gottes Willen, nein. Alles was mit Spaß zu tun hat ist irgendwie umweltschädlich und daher absolut undeutsch. Da sollte man sich vorher eine saubere Begründung zurechtrationalisieren, die man auch selber glauben kann. Bei Mercedes wird hoher Wiederverkaufswert und niedrige Ersatzteilkosten gerne genommen. Was gar nicht geht ist die Wahrheit: Also ich fahre gerne schnell Auto oder ich steh' drauf wenn allle neidisch werden. Das wäre auch undeutsch.
Welchen hohen Widerverkaufswert meinen sie? Diesen etwa? Angebote zu: Mercedes-Benz, Endpreis von (http://www.autoscout24.de/ListGN.aspx?atype=C&mmvmk0=47&mmvco=1&make=47&pricefrom=1000&kmfrom=2500&kmto=125000&cy=D&zipc=D&ustate=N%2CU)
hartbauen 21.12.2011
5. Wohl eher den hier
Zitat von H-VollmilchWelchen hohen Widerverkaufswert meinen sie? Diesen etwa? Angebote zu: Mercedes-Benz, Endpreis von (http://www.autoscout24.de/ListGN.aspx?atype=C&mmvmk0=47&mmvco=1&make=47&pricefrom=1000&kmfrom=2500&kmto=125000&cy=D&zipc=D&ustate=N%2CU)
Angebote zu: Mercedes-Benz, E-Klasse (alle), Endpreis von (http://www.autoscout24.de/ListGN.aspx?atype=C&mmvmk0=47&mmvmd0=-61&mmvco=1&make=47&model=-61&fregfrom=2010&pricefrom=1000&cy=D&zipc=D&ustate=N%2CU&results=20&sort=price) zu hocherhitzt was?
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