Mercedes-Luxuslimousine Erste Bilder der S-Klasse

Die Stimmung ist angespannt in München und Ingolstadt. Das verwundert nicht, denn aus Stuttgart rollt ein neues Auto heran, das möglicherweise neue Maßstäbe setzt. Die S-Klasse von Mercedes nämlich gilt als Referenzmodell für die Oberklasse. Hier sind die ersten Bilder der neuen Generation.

Mercedes weiß um seinen Bonus, wenn es um dicke Limousinen in der Fünf-Meter-Klasse geht, und so kündigen die Schwaben selbstbewusst einen "Generationswechsel an der Spitze der Automobiltechnik" an. Im Herbst, nach der Publikumspremiere des Autos auf der IAA in Frankfurt (15. bis 25. September), wird die neue S-Klasse bei den Händlern stehen. Damit sich die Kundschaft aber jetzt schon ein Bild vom neuen Topmodell der Marke mit dem Stern machen kann, veröffentlichte Mercedes heute bereits erste offizielle Bilder des Fahrzeugs. Und es gibt bereits erste Details zur technischen Ausstattung, denn natürlich hat ein Auto dieses Kalibers die Pflicht, mit Neuheiten aufzutrumpfen. Diesmal stecken die Innovationen nach Mercedes-Angaben vor allem in den Bereichen Sicherheit, Komfort und Fahrdynamik.

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S-Klasse: Edel, hilfreich und neu

Vor allem was die Fahrdynamik betrifft, hat Mercedes Nachholbedarf. Das Ziel der Entwickler ist es, das Luxusauto mit rund zwei Tonnen Gesamtgewicht so flockig und flott abzustimmen, dass sich der Fahrer in einem sportlichen Mittelklasse-Coupé wähnt. Beim Vorgänger, dem intern W 220 genannten Modell, stellte sich diese Anmutung nicht immer ein. Dennoch räumte das Auto in der Oberklasse eindrucksvoll ab, fuhr weltweit auf einen Spitzenplatz und verkaufte sich von 1998 bis heute zirka 485.000 Mal. In Deutschland allerdings war die S-Klasse im vergangenen Jahr nurmehr die Nummer zwei unter den Edellimousinen. Mit 7045 Neuzulassungen rangierte das Auto in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes auf Rang zwei hinter dem BMW 7er (7672) und vor dem Audi A8 (6670).

"Die neue S-Klasse", preist Mercedes den Wagen in einer Mitteilung, "ist ein technologischer Schrittmacher, der ebenso wie die Vorgängermodelle die Automobilentwicklung beeinflussen wird." Das wird man noch sehen. Zunächst jedenfalls fällt die S-Klasse durch ihr erfrischendes Design auf, das elegant und dominant zugleich wirkt und eine angenehme Präsenz ausstrahlt. Vor allem an der Frontpartie haben es die Designer geschafft, das Auto selbstbewusst, aber nicht hochmütig aus den Scheinwerfern blicken zu lassen. Die S-Klasse wirkt auf Anhieb sympathisch - und das war nicht bei jeder Modellgeneration so.

Länger, breiter, höher

"Ein Dutzend technische Innovationen", verspricht Mercedes für das neue Modell. Dazu gehören zum Beispiel ein neuer Bremsassistent mit Radarsenorik, ein Sitz mit neuer Massagefunktion, ein Nachtsicht-Assistent, der mit Infrarotstrahlung arbeitet, sowie diverse präventive Sicherheitssysteme, die bereits vor einer zu erwartenden Kollision einige Schutzmechanismen aktivieren. Außerdem verfügt die neue S-Klasse über ein adaptives Bremslicht, das nachfolgende Autofahrer bei einer Notbremsung durch Blinkzeichen warnt.

Auch bei Dunkelheit minimiert die neue S-Klasse die Unfallgefahr - mit Hilfe eines neuen Nachtsicht-Assistenten. Das System basiert auf Infrarotlicht, das für das menschliche Auge unsichtbar ist und deshalb entgegenkommende Autofahrer nicht blendet. Zwei Infrarot-Scheinwerfer beleuchten die Fahrbahn und vergrößern die Sichtweite des Autofahrers bei eingeschaltetem Abblendlicht auf mehr als 150 Meter. So macht der Nachtsicht-Assistent Fußgänger, Radfahrer, parkende Autos oder andere Hindernisse bereits sichtbar, noch ehe sie im Lichtkegel des Abblendlichts auftauchen. Denn eine Infrarotkamera an der Innenseite der Frontscheibe nimmt das reflektierte Bild der Straßenszene auf, die auf dem Display des Kombi-Instruments erscheint.

Es ist wie ein Naturgesetz: Neue Autos müssen größer sein als ihre Vorgänger. Die S-Klasse bildet da keine Ausnahme. Zwei Karosserieversionen stehen zur Wahl. Beide sind mit 5,07 und 5,20 Meter länger als die bisherigen Versionen (um 3 und 4 Zentimeter). Der Radstand wuchs um sieben und acht Zentimeter auf 3,03 und 3,16 Meter. Zudem ist die Karosserie 1,6 Zentimeter breiter und 2,9 Zentimeter höher als bisher. Der Kofferraum ist natürlich auch voluminöser geworden und fasst jetzt 560 Liter (plus 60 Liter).

Im Innenraum gibt es unter anderem neue Sitze, wobei das vordere Gestühl sich per Elektromotoren 16-fach verstellen lässt. Neu sind im sogenannten fahrdynamischen Multikontursitz Extra-Luftkammern in der Lehne, die sich auf Tastendruck nacheinander füllen und leeren, wodurch die Rückenmuskulatur massiert wird. Der Druck und das Tempo der Massage lassen sich vierfach verstellen.

Für das serienmäßig mit Luftfederung ausgestattete Auto wurde drei der vier lieferbaren Motoren neu entwickelt. Zum Verkaufsstart werden zunächst ein 3,5-Liter-V6-Motor mit 272 PS (200 kW) zur Verfügung stehen sowie ein neues V8-Aggregat mit 388 PS (285 kW). Anfang 2006 wird die Motorenpalette dann um das Zwölfzylinder-Topmodell mit 517 PS (380 kW) und um den V6-Diesel mit 231 PS (170 kW) und serienmäßigem Rußpartikelfilter ergänzt. Die V6- und V8-Motoren sind ab Werk mit dem Siebengang-Automatikgetriebe kombiniert.

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