Mercedes SL Sonnige Grüße aus Stuttgart

Draußen wird es erst einmal Winter, doch Mercedes läutet schon wieder den Frühling ein. Drei Monate vor dem Verkaufsstart gibt's jetzt erste Fotos und Fakten zum kommenden Mercedes SL. Der wird in Zukunft ein geradezu magischer Komfort-Sportwagen.


Das Timing stimmt. Zum 60. Geburtstag des Mercedes SL bringen die schwäbischen Autobauer im Frühjahr die sechste Generation des Sportwagens an den Start. Die Ingenieure besannen sich dabei auf die sportlichen Tugenden und verpassten dem zuletzt etwas verfetteten Luxusroadster eine strenge Diät. Projektleiter Jürgen Weissinger nennt das neue Modell zwar die "S-Klasse unter den Roadstern" und verspricht dank einer größere Karosserie und jeder Menge neuer Ausstattungen mehr Komfort denn je. Doch rücken die Adjektive "sportlich" und "leicht", die dem Wagen in den fünfziger Jahren mal das Namenskürzel eingebracht haben, wieder stärker in den Vordergrund. Eine neue Motorengeneration bringt deutlich mehr Leistung, während die erste Vollaluminium-Karosserie bei Mercedes das Gewicht um bis zu 140 Kilo drückt.

Starten wird der SL, der mit einer weichen Nase im Stil des SLS und stechenden Scheinwerferaugen ins neue Markendesign gezwungen wird, in zwei Versionen: Als SL 350 für 93.534 Euro mit einem 306 PS starken V6-Motor; und als SL 500 mit dem Biturbo-V8 aus E- und S-Klasse, der 435 PS entwickelt und mindestens 117.096 Euro kostet. Beide Motoren werden mit einer Siebengang-Automatik samt Start-Stopp-Funktion kombiniert und kommen angesichts von Direkteinspritzung und Aufladung auf nennenswerte Verbrauchsvorteile: Der SL 500 spart gut 20 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell und dürfte bei einem Durchschnittsverbrauch von etwa 9 Litern liegen, und für den SL 350 gibt Mercedes 6,8 Liter an - 29 Prozent weniger als bisher.

Große Kiemen an den schmalen Flanken, lange Haube und ein knackiges Heck: der SL sportlich aus, keine Frage - aber er fährt auch so. Immerhin geht der V6 mit 370 Nm Drehmoment und der V8 sogar mit 700 Nm zu Werke. Das reicht in beiden Fällen locker für 250 km/h und für Sprintwerte von 5,9 oder 4,6 Sekunden. Wem das nicht schnell genug ist, der muss noch etwas warten. Denn klar ist, dass Werkstuner AMG auch wieder die Modelle SL 63 und SL 65 auf den Markt bringen wird, und auch einen SL 600 mit V12-Motor wird es wieder geben.

Vergleichsweise kleine Stückzahlen und tendenziell hohe Preise - das macht den SL für die Ingenieure zu einem idealen Testmodell für neue Technologien, die in der Massenproduktion noch nicht bezahlbar oder einsetzbar wären. Und so erhält der Roadster als erster Mercedes einen Rohbau aus Aluminium. Auch neu ist das Soundsystem namens Front-Bass, das erstmals Hohlräume in der Karosserie als Resonanzvolumen für einen sonoren Tiefenklang auch bei geöffnetem Verdeck nutzt.

Per Fußbewegung öffnet und schließt der Heckdeckel

Vom kleineren Roadster SLK übernimmt der SL das Variodach mit sogenannter Magic Sky Control, bei der man auf Wunsch das Glaselement im Klappverdeck mittels eingelassener Metallpartikel verdunkeln kann. Nicht minder magische Erlebnisse verspricht Mercedes bei Verwendung der Magic Vison Control. Dahinter verbirgt sich ein neuer Scheibenwischer, in den eine spezielle Wasserführung integriert ist. Das soll Sichtbehinderungen beim Reinigen der Scheibe vermeiden und den Passagieren im offenen Auto eine unfreiwillige Dusche ersparen - und im Winter lässt es sich natürlich so beheizen, dass die Wischer nicht mehr festfrieren.

Als wäre das noch nicht genug, kann der SL auch an der Kehrseite zaubern: Wie es bislang nur bei einigen Kombimodellen funktioniert, lässt sich die Kofferraumklappe mit einer Fußbewegung unter den Heckstoßfänger öffnen und, das ist komplett neu, auch wieder schließen. Das ist ein witziges Gimmick, wird dem SL-Fahrer aber eher selten eine Hilfe sein. Denn viel Platz für Koffer oder Kisten bietet der Roadster ohnehin nicht.

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insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
dorpf 14.12.2011
1.
Zitat von sysopDraußen wird es erst einmal Winter, doch Mercedes läutet schon wieder den Frühling ein. Drei Monate vor dem Verkaufsstart gibt's jetzt erste Fotos und Fakten zum kommenden Mercedes SL. Der wird in Zukunft ein geradezu magischer Komfort-Sportwagen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,803630,00.html
Gefällt mir nicht. Vieles zu klobig. Leider auch nicht mehr so zeitlos gezeichnet wie die älteren Modelle.
dongerdo 14.12.2011
2. -
Zitat von sysopDraußen wird es erst einmal Winter, doch Mercedes läutet schon wieder den Frühling ein. Drei Monate vor dem Verkaufsstart gibt's jetzt erste Fotos und Fakten zum kommenden Mercedes SL. Der wird in Zukunft ein geradezu magischer Komfort-Sportwagen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,803630,00.html
Sehr klobiges Design der Frontscheinwerfer und Stillstand am Heck... Na ja... Aber was eigentlich schlimmer ist, ist dass MB nun auch endgültig auf den Einheitsbrei-Zug aus Ingolstadt aufgesprungen ist. Der SLS ist ja schön und toll, aber mittlerweile sehen SLK, SL, SLS, CLS usw aus wie Luftballons mit unterschiedlichem Füllgrad. Innen ist der Eineitsbrei auch nicht besser. Gerade bei einem Prestige-Wagen wie dem SL kann man sich doch auch mal was trauen?! Ich verstehe ja den Hintergrund einer Art Marken-spezifischen Formensprache, aber dieser Trend ist so öde wie auch unnütz und schade...
royrogers 14.12.2011
3. Wirklich er-fahren?
Zitat: "Große Kiemen an den schmalen Flanken, lange Haube und ein knackiges Heck: der SL sportlich aus, keine Frage - aber er fährt auch so." Frage an den Autor: Ist der Fahreindruck er-fahren - oder aufgrund der technischen Daten vermutet?
axelkli 14.12.2011
4. schick
der Wagen gefällt mir sehr gut, allerdings finde ich, daß die Überhänge an Front und Heck etwas zu üppig ausgefallen sind, was dem Wagen einen leicht plumpen Ausdruck verleiht.
Bildungselite 14.12.2011
5.
Gorden Wagener ist der Chris Bangle von Mercedes. Daimler wäre gut beraten, wenn sie Peter Pfeiffer aus dem Ruhestand zurückholen würden. Wagener hat m.E. bis jetzt jedes Modell verhunzt. Hinzu kommt, dass sich der neue SL kaum vom modellgepflegten R230 unterscheidet.
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