Mercedes SLR Stirling Moss Ende Legende

Das Ende der Supersportwagen-Baureihe Mercedes-McLaren SLR naht - doch ein Auto dieses Kalibers sagt zum Abschied nicht leise Servus, sondern verabschiedet sich mit einem Rumms. Als finales Sondermodell wird der Vollgas-Speedster SLR Stirling Moss ins Rennen geschickt.


Im Mai endet die Produktion des Mercedes-McLaren SLR. Von dem Sportwagen, der in Deutschland zuletzt mindestens 452.200 Euro kostete, wurden seit dem Debüt 2004 weltweit rund 1700 Exemplare verkauft. Zum Abschluss der Baureihe hat sich Mercedes nun noch etwas Besonderes ausgedacht - eine Art Bonbon für die Stammkundschaft, die sich praktisch alles leisten kann: das Sondermodell Mercedes-McLaren SLR Stirling Moss.

75 Exemplare sollen von dem Auto nach dem Ende der eigentlichen SLR-Produktion - also voraussichtlich zwischen Juni und Dezember 2009 - noch gebaut werden. Mercedes-Sprecher Michael Allner darf zwar keine Namen nennen, doch er sagt, es gebe "bereits zahlreiche Reservierungen" für die Rarität zum Preis von 892.500 Euro.

Eine Rarität ist der Wagen nicht nur aufgrund der limitierten Stückzahl, sondern auch wegen des Konzepts, denn die Designer griffen die Idee des puristischen Speedsters auf. Es gibt beim SLR keine Scheiben und kein Dach. Lediglich zwei kleine Windabweiser vor Fahrer und Beifahrer halten das Gröbste fern. Und im Kofferraum sind zwei Carbon-Abdeckungen verstaut, mit denen der Innenraum gedeckelt werden kann.

Tempo 350 ohne Dach und Scheiben

Wenn der Zweisitzer mit der Carbon-Karosserie in Betrieb geht, wird es richtig arg: Der V8-Kompressormotor gibt 650 PS ab und katapultiert das Geschoss mit den auffälligen Überrollbügeln hinter den beiden Sitzen in weniger als dreieinhalb Sekunden auf Tempo 100. Wer auf eine ganz spezielle Erfahrung aus ist, kann mit dem vollkommen offenen Flachmann 350 km/h schnell rasen. "So offen und gleichzeitig so schnell ist kein anderes Serienauto", rühmt Mercedes sein Produkt.

Um das Auto beherrschbar zu halten, kann der Fahrer unter anderem die sogenannte Airbrake, eine Carbonklappe am Heck, aufstellen, damit der Abtrieb erhöht und die Stabilität des Fahrzeugs vergrößert wird. Automatisch springt die Klappe bei heftigen Bremsmanövern oberhalb von Tempo 120 auf, um zur Verzögerung beizutragen. Eine andere Besonderheit gibt es im Innenraum: dort nämlich ist ein Aluminiumtäfelchen angebracht mit der Signatur von Rennfahrerlegende Stirling Moss.

Sensationeller Rekord bei der Mille Miglia

Der Brite war es, der gemeinsam mit Vollgas-Helden wie Juan Manuel Fangio oder Karl Kling, in den fünfziger Jahren die Mercedes 300 SLR Rennwagen berühmt machte. Das Auto dominierte beim Eifelrennen, der Targa Florio oder bei der Tourist Trophy. Vor allem aber jagte Stirling Moss 1955 mit einem 300 SLR bei der Mille Miglia, dem Langstreckenrennen Brescia-Rom-Brescia, in der Rekordzeit von zehn Stunden, sieben Minuten und 48 Sekunden durchs Ziel. Das bringt im unter anderem nun, 54 Jahre später, die Ehre als Namensgeber eines Automodells ein.

Wie es weiter geht mit dem Thema Supersportwagen bei Mercedes ist noch nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass dieses lukrative Feld nicht unbeackert bleiben wird. Es deutet manches darauf hin, dass es sogar zwei Nachfolger des aktuellen Mercedes-McLaren SLR geben wird. Nämlich einmal einen neuen Flügeltürer von AMG, der Mercedes-Tuning-Marke, der mutmaßlich auf der Internationalen Automobilausstellung im Herbst in Frankfurt präsentiert wird. Und außerdem einen eigenständigen Supersportwagen von McLaren.

jüp

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.