Mercury Meta One Der weiße Ritter

Vollgepackt mit zukunftsweisender Technik wird die in kühlem Perlmutt-Weiß lackierte Studie Meta One der zum Ford-Konzern gehörenden US-Automarke Mercury auf der Detroit Motor Show ihre Weltpremiere feiern. Der Wagen soll Ausblick sein auf ein Modell, das 2007 in Serie gehen soll.


Mercury Meta One: Zwei Motoren, reduzierte Abgase, weiße Weste

Mercury Meta One: Zwei Motoren, reduzierte Abgase, weiße Weste

Kantige Scheinwerfer, sauber gezogene Linien, glatt gezogene Karosserieflächen: Das Design des Konzeptautos Meta One erinnert kein bisschen an die bisweilen sehr barocken Mercury-Modelle vergangener Tage. Das soll es auch nicht, denn dieses Auto soll in die Zukunft weisen - mindestens bis 2007, wenn Mercury ein neues Crossover-Modell auf den Markt bringen wird, in der sich die Formensprache und einige technische Neuheiten der Studie wiederfinden werden, die jetzt in Detroit erstmals enthüllt wird.

Mercury kündigt den Wagen als "weltweit erstes PZEV mit Diesel-Hybrid-Antrieb" an. PZEV steht für "Partial Zero Emissions Vehicle" und bedeutet, dass der Meta One bei Bedarf abgasfrei fahren kann. Ein kombinierter Antrieb aus einem V6-Doppelturbo-Dieselmaschine und einem Elektromotor entwickelt nach Auskunft der Mercury-Ingenieure eine Kraft wie ein V10-Benzinmotor - die Rede ist von mehr als 589 Newtonmetern -, verbrauche jedoch deutlich weniger Sprit und blase entsprechend weniger Schadstoffe durch den Auspuff.

Meta One: Mit dem Heck eines Geländewagens

Meta One: Mit dem Heck eines Geländewagens

Zu den Neuerungen für mehr Verkehrssicherheit im Meta One zählen zum Beispiel ein Spurassistent, der den Fahrer im Falle eines versehentlichen Überfahrens von Fahrbahnmarkierungen warnt. Dabei kann die Elektronik unterscheiden, ob das Auto nach rechts oder links über die Linien schlingert und löst entsprechend einen Vibrationsalarm auf der rechten oder linken Seite des Fahrersitzes aus. Zudem ist im Meta One ein Anti-Kollisionssystem installiert, das die Schwere von Unfällen reduzieren soll. CMbB nennt Mercury die Technik (Collision Mitigation by Braking), die mit einer Kamera und einem Radargerät arbeitet. Mit ihnen werden die Geschwindigkeiten und Bewegungsrichtungen anderer Verkehrsteilnehmer erfasst. Ein Computer, der ständig die Fahrdaten des eigenen Fahrzeugs auswertet, kann so die Wahrscheinlichkeit einer Kollision blitzartig berechnen und bei Bedarf per Bremseingriff den Crash zumindest abschwächen.

Meta One Cockpit: Zen-Design und jede Menge elektronische Spielereien

Meta One Cockpit: Zen-Design und jede Menge elektronische Spielereien

Im Passagierraum des Meta One dominiert einerseits "Zen-Design", wie die Mercury-Kreativen das klar gegliederte und auf die wesentlichen Elemente reduzierte Interieur nennt, andererseits zahlreiche Hightech-Gimmicks. Bluetooth-Anwendungen, DVD-Monitore, ein vom Fahrer frei konfigurierbares Cockpit sowie ein Navigationssystem, das mit Echtzeit-Verkehrsinformationen arbeitet, bestimmen das Bild. "Mit dem Meta One wollen wir Zukunftstechnologien vorstellen, die bislang nur im Labor zum Einsatz kamen", sagt Gerhard Schmidt, Entwicklungsvorstand der Ford Motor Company. Wann diese Systeme allerdings so stabil und sicher arbeiten, dass sie bedenkenlos im alltäglichen Straßenverkehr eingesetzt werden können, bleibt das Geheimnis der Ingenieure. Vorerst kommen sie jedenfalls nur als Messebesucher-Magneten zum Einsatz.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.