Mini Clubman Ein Kombi, der keiner sein möchte

Der neue Mini Clubman ist 24 Zentimeter länger als das bisherige Modell und hat ein ungewöhnliches Türenkonzept: links eine, rechts zwei, hinten zwei. Auf der Internationalen Automobilausstellung im September wird der Kleinkombi vorgestellt.


Was für ein Bohei wegen 24 Zentimetern. Das ist die Länge, um die der normale Mini, der BMW seit Jahren sattes Wachstum beschert, vom neuen Mini Clubman übertroffen wird. Es handelt sich beim frischen Modell sozusagen um die Kombiversion. Doch weil der Kombi keine allzu glamouröse Autogattung ist, spricht Mini lieber von einem "einzigartigen Shooting-Brake-Konzept".

Das klingt nach Marketing-Geschwätz, aber in gewisser Hinsicht ist das Auto tatsächlich einzigartig: Es besitzt auf der linken Seite eine, auf der rechten Seite zwei und am Heck wiederum zwei Türen. Der Mini Clubman ist also ein Fünftürer, aber mit einer außergewöhnlichen Verteilung der Portale.

Wobei links die große Fahrertür völlig normal ist. Und auch die beiden Flügeltüren am Heck sind im Automobilbau bekannt. So genannte "Split Doors" besaßen auch schon die Vorgänger des neuen Clubman, nämlich die Modelle Morris Mini Traveller, Austin Mini Countryman und Mini Clubman Estate in den sechziger-Jahren. Gänzlich neu dagegen die Beifahrerseite, denn hier gibt es neben der großen Tür auch noch eine so genannte Clubdoor", die hinten angeschlagen ist und gemeinsam mit der Vordertür eine mächtige Luke öffnet. So sollen auch die Fondpassagiere halbwegs bequem einsteigen können.

Denn die bisherigen Mini-Modelle werden zwar mit vier Sitzen ausgeliefert. Das Fondgestühl ist jedoch eher zum Transport von Einkaufstüten oder Tennisschlägern geeignet, denn zur Mitnahme von weiteren Fahrgästen. Beim neuen Clubman ist das ein wenig anders. Die bereits erwähnten 24 Zentimeter Extra-Außenlänge sowie der um acht Zentimeter gewachsene Radstand ergeben mehr Platz für die Mitfahrer im Heck, die nun einigermaßen bequem und stoßfrei ein- und aussteigen sowie unterwegs sein können.

Laderaum für "leidenschaftliche Menschen"

Außerdem gewinnt das neue Auto an Laderaum. Das Gepäckabteil fasst zwischen 260 und 930 Liter, je nach dem, ob die Rückbank als solche genutzt oder zugunsten der Zuladung flachgelegt wird. Damit der Clubman auch wirklich auffällt, erhalten die Türen am Heck stets eine in einer Kontrastfarbe hervorgehobene Umrahmung. Das sieht gewöhnungsbedürftig und ein wenig ungelenk aus, dürfte aber genau nach dem Geschmack der Clubman-Klientel sein, die sich das Unternehmen als "aktive und leidenschaftliche Menschen" vorstellt, "die sich bewußt vom Einerlei im Straßenverkehrsalltag abheben wollen".

Zum Verkaufsstart am 10. November wird der Mini Clubman in drei Motorisierungen verfügbar sein. Einstiegsmodell ist der Mini Cooper Clubman mit einem 1,6-Liter-Vierzylindermotor der 120 PS leistet, im Durchschnitt 5,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer verbraucht und 132 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt (Preis ab 19.900 Euro). Rasanter, nämlich mit einem Turbomotor mit 175 PS Leistung tritt der Mini Cooper S Clubman an, der 224 km/h schnell wird, im Schnitt angeblich 6,3 Liter schluckt und 150 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft bläst; diese Version kostet ab 23.900 Euro. Und schließlich wird es noch die Dieselversion Mini Cooper D Clubman geben - ab 21.600 Euro, mit einem 110 PS starken Selbstzünder. Als Verbrauch für diesen 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbomotor werden 4,1 Liter je 100 Kilometer und als CO2-Ausstoß 109 Gramm angegeben.

Ähnlich wie auch die aktuellen BMW-Fahrzeuge erhalten die Mini-Modelle neue Einbauten zur Verbrauchsreduzierung. Dazu gehören eine "Auto-Start-Stopp-Funktion", die den Motor bei ausgekuppeltem Getriebe abstellt, eine Bremsenergie-Rückgewinnung und eine Schaltpunktanzeige im Cockpit, die immer dann aufflackert, wenn der ideale Zeitpunkt zum Gangwechsel gekommen ist.

jüp

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