Manipulierte Verbrauchswerte Mitsubishi hat Autofahrer bereits seit 1991 betrogen 

Die Affäre um manipulierte Verbrauchstests bei Mitsubishi weitet sich aus: Schon seit 1991 wurde bei der Ermittlung von Spritangaben getrickst. Nicht der erste Skandal der Konzerngeschichte.

Mitsubishi-Schriftzug an der Zentrale in Tokio
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Mitsubishi-Schriftzug an der Zentrale in Tokio


Die Affäre um manipulierte Verbrauchstests beim Autokonzern Mitsubishi ist schwerwiegender als ursprünglich angenommen. Mitsubishi Motors hat eingestanden, bereits seit 1991 bei der Ermittlung von Spritangaben getrickst zu haben. Das teilte das Unternehmen dem Transportministerium in Tokio am Dienstag mit.

Damit steigt die Zahl der vom Abgasskandal betroffenen Autos deutlich. Zahlen nannte Präsident Tetsuro Aikawa nicht, er verwies auf die andauernden Untersuchungen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass mehr Gesetzesverstöße gefunden würden.

Erst vor wenigen Tagen musste Mitsubishi Motors zugeben, bei Verbrauchstests von Kleinstwagen, die ab März 2013 produziert wurden, betrogen zu haben. Nach der ersten Einschätzung seien 625.000 Autos für den heimischen Markt betrofen gewesen. 468.000 Autos davon wurden für den Konkurrenten Nissan Motor gebaut. Nissan hatte die Manipulation der Verbrauchswerte entdeckt.

Abweichung von bis zu zehn Prozent

Nissans selbst vorgenommene Verbrauchstests waren demnach von den Daten, die Mitsubishi Motors den Behörden vorgelegt hatte, abgewichen. Die Diskrepanz betrug fünf bis zehn Prozent. Der Verbrauch der Autos wäre also bei ordnungsgemäßem Vorgehen um fünf bis zehn Prozent höher gewesen als Mitsubishi Motors angegeben hatte.

Mitsubishi benutzte dabei laut Medienberichten eine Testmethode, die in den USA Verwendung finde und Zeit spare, in Japan aber nicht zugelassen ist. Zudem kalkulierte Mitsubishi in manchen Fällen Daten zum Rollwiderstand, ohne dafür Tests durchzuführen.

Aktienkurs von Mitsubishi fällt weiter

Es ist nicht der erste Skandal bei Mitsubishi. Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hatte der Konzern gestanden, jahrzehntelang Defekte an Fahrzeugen systematisch vertuscht zu haben. Zudem soll der Konzern über lange Zeit Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen haben, ohne dies dem Ministerium wie vorgeschrieben zu melden.

Nachdem die japanische Tageszeitung "Nikkei" über die Ausweitung des Mitsubishi-Skandals berichtet hatte, ging der Aktienkurs des Autoherstellers um zehn Prozent weiter zurück. Seit Bekanntwerden der Manipulationen in der Vorwoche hat Mitsubishi damit rund die Hälfte seines Marktwerts verloren.

mhu/dpa/Afp



insgesamt 69 Beiträge
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hatshepsut 26.04.2016
1. Beim Verbrauch betrügen doch alle
das ist jetzt nichts neues. Wundert mich nur wieso man da nur Mitsubishi nennt.
marthaimschnee 26.04.2016
2.
Na dann können sie sich ja auf Tradition berufen.
spon-facebook-10000015195 26.04.2016
3. Das war immer bekannt
Ich habe gefühlte 10 Berichte im TV der letzten Jahre gesehen, wo immer gesagt wurde dass beim sog. Verbrauchstest die Autos extra vorbereitet werden. Da werden u.a. die Reifen wie hier erwähnt mit höheren Druck befüllt und teilweise sogar ganze Sitzbänke und Innenraumverkleidungen rausgenommen um Gewicht zu sparen. Das jetzt so eine Welle der Empörung nieder geht, ist lachhaft. Sowohl Politik, Autohersteller als auch die Endkunden wissen seit Jahren, dass diese Tests nur für die schönen Emissionswerte auf dem Papier sind und nicht der Realität entsprechen. Nicht ohne Grund verbrauchen sämtliche Autos im Normalbetrieb 10 bis 20% mehr als angegeben.
Georg_Alexander 26.04.2016
4. Nach 35 Jahren
Nach 35 Jahren sollte doch jeder Mitsubishifahrer anhand seines Verbrauchs selbst gemerkt haben, ob der Wagen zuviel verbraucht... War offensichtlich nicht so, oder? Der Emissionsbetrug von VW ist da schon gravierender: Die Stickoxide kann ich nämlich nicht einfach mal nachmessen.
RamBo-ZamBo 26.04.2016
5. asdf
Reifen zu doll aufgepumpt? Klingt für mich nach völlig legitim. Sind jetzt alle verrückt geworden? Oder sind die Testnormen in Japan sehr viel strenger was die Optimierungsmöglichkeiten angeht?
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