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26. März 2019, 16:40 Uhr

Autonomer Linienverkehr

Diese Mini-Busse rollen bald durch Monheim - ohne Fahrer

Das nordrheinwestfälische Monheim ist die erste Stadt Europas, die autonom fahrende Elektrobusse im Linienverkehr einsetzt. Im Herbst sollen die Fahrzeuge starten, heute wurden sie vorgestellt.

Wer in Monheim am Rhein in den Bus zur Arbeit steigt, wird vom Busfahrer künftig kein "Guten Morgen" mehr zu hören bekommen. Denn die Stadt mit 40.000 Einwohnern will ab Herbst autonom fahrende Busse im Linienverkehr einsetzen. Monheim soll damit europaweit die erste Kommune werden, die eine Buslinie mit automatisiert fahrenden Elektrobussen auf öffentlichen Straßen einrichtet.

Die Flotte von fünf autonomen Kleinbussen soll an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 24 Uhr als eigene Linie im Zehnminutentakt im fließenden Verkehr fahren. Die Strecke führt vom Busbahnhof in die Altstadt, ist gut zwei Kilometer lang und soll sechs Haltestellen bedienen. Der autonome Bus soll mit den üblichen ÖPNV-Tickets nutzbar sein.

"Monheim macht heute mit einem kleinen Fahrzeug einen großen Schritt zum automatisierten Fahren - und damit zu mehr Sicherheit und Komfort für seine Bürgerinnen und Bürger", sagt Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie. Wenn sich das System bewährt, soll es auf weitere Teile des Stadtgebiets ausgeweitet werden.

Die knapp vier Meter langen Shuttlebusse des französischen Herstellers Easymile haben Platz für bis zu elf Personen und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde. Im Linienbetrieb wird das Fahrzeug allerdings vorerst maximal rund 20 km/h schnell sein. Ein E-Bus kostet rund 250.000 Euro, wobei die Gesamtinvestitionen bei rund 2,1 Millionen Euro liegen, von denen das Land Nordrhein-Westfalen 90 Prozent übernimmt.

Zunächst erfolgt bis Sommer der Testbetrieb, in dem die Strecke eingemessen wird, damit das Fahrzeug lernt, wo es entlangfahren muss. Der Linienbetrieb erfolgt danach über eine Ausnahmegenehmigung. Obwohl der Bus kein Lenkrad mehr hat, muss eine Begleitperson an Bord sein, die im Notfall per Knopfdruck eingreifen kann. Denn noch gibt es in Deutschland keinen rechtlichen Rahmen, der Fahrzeuge ganz ohne einen menschlichen Fahrer im Straßenverkehr erlaubt.

Auch in anderen Städten gibt es bereits autonome Busse. Allerdings finden dort nur reine Tests statt, oder es handelt sich lediglich um einzelne Busse im Linienbetrieb ohne eine große Flotte. Im bayerischen Bad Birnbach ist beispielsweise ein ähnlicher Bus für die Deutsche Bahn unterwegs, der bereits im Linienbetrieb auf einer Strecke von 1400 Meter Länge mit maximal 15 km/h pendelt.

cfr/dpa

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