SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

15. Mai 2019, 13:09 Uhr

Frühere Fahrerlaubnis

Bundeskabinett beschließt Mopedführerschein ab 15

Das Mindestalter für einen Mopedführerschein wird auf 15 Jahre gesenkt. Dies hat die Bundesregierung beschlossen. Ob davon Jugendliche in ganz Deutschland profitieren, ist noch offen.

Das Bundeskabinett hat den Weg für den Mopedführerschein ab 15 Jahren frei gemacht. Dazu soll das Straßenverkehrsgesetz geändert werden.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte seinen Vorschlag zuvor damit begründet, dass vor allem Jugendliche auf dem Land, wo kaum Busse und Bahnen fahren, davon profitieren würden. Nach der Gesetzesänderung können die Länder entscheiden, ob sie von den neuen Regeln Gebrauch machen.

Das könnte zur Folge haben, dass der Führerschein eines 15-jährigen Jugendlichen nicht überall gültig ist. Fährt man mit 15 auf dem Moped in ein Bundesland ein, dass das Gesetz nicht übernommen hat, gibt es ein Problem. "Wird der Fahrer dann kontrolliert, erfüllt das den Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis", sagt eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Demnach würden nicht alle Länder das Fahren mit 15 einführen wollen.

In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen laufen hingegen seit einigen Jahren bereits Modellversuche. Vertreter dieser Länder berichten von positiven Erfahrungen, die Mobilität junger Leute sei erhöht worden. Die Versuche sind aber bis Ende April 2020 befristet.

ADAC begrüßt Führerschein ab 15

Der ADAC begrüßte die Pläne, das Mindestalter für den Mopedführerschein zu senken. Der Verein wünscht sich aber eine bundeseinheitliche Lösung, um einen "unübersichtlichen Flickenteppich" zu verhindern.

Die Deutsche Verkehrswacht warnte vor Sicherheitsrisiken durch die Neuregelung, weil es den Jugendlichen noch an der nötigen Erfahrung im Straßenverkehr fehle. Zwar könne ein Führerschein ab 15 die individuelle Mobilität von Jugendlichen ergänzen und bereichern - vor allem in ländlichen Gebieten. "Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass Jugendliche im Straßenverkehr durch fehlende Erfahrung und eine höhere Risikofreude auch besonders gefährdet sind", sagte ein Verkehrswacht-Sprecher. Bei einem Führerschein ab 15 Jahren würden sie früher und damit in größerer Zahl am Straßenverkehr teilnehmen.

cfr/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung