Motor-Forschung Honda will in zwei Jahren Brennstoffzellen-Autos verkaufen

Honda gibt mächtig Gas - pardon, Wasserstoff. Die Japaner haben angekündigt, bereits im Jahr 2008 ein Auto mit Brennstoffzellenantrieb in Japan und den USA anzubieten. Der Viersitzer soll auf dem Konzeptauto FCX basieren und einen komplett neuen Antriebsstrang haben.


In der Studie FCX Concept zeigte Honda die grundlegenden Technologien, mit denen ein mit Wasserstoff betriebenes Auto der Zukunft ausgestattet sein wird. Jetzt drücken die Japaner aufs Tempo und wollen diese Zukunft bereits in zwei Jahren Wirklichkeit werden lassen. Dann nämlich soll ein Brennstoffzellen-Fahrzeug in den USA und in Japan in den Verkauf kommen, das "optisch auf dem vorgestellten FCX Concept Car basiert", wie das Unternehmen jetzt mitteilte.

Auch technisch ist die viersitzige Limousine eng mit der Studie verwandt. Die komplette Brennstoffzelleneinheit beispielsweise befindet sich in einem Tunnel in der Mitte des Fahrzeugs, wodurch die Karosserie vergleichsweise flach gehalten werden kann. Zugleich bietet der Innenraum ordentliche Platzverhältnisse für den Fahrer und die Passagiere. Die Brennstoffzelleneinheit des neuen Modells wird um 20 Prozent kleiner und um 30 Prozent leichter sein als die Einheit im aktuellen FCX-Brennstoffzellenauto von Honda. Außerdem wird der neue Wagen - verglichen mit dem jetzigen FCX - kompakter und kraftvoller; der Elektromotor leistet nämlich 20 PS mehr.

Der künftige FCX tritt mit einem 129 PS starken Wechselstrommotor an (maximales Drehmoment 256 Nm). Die Brennstoffzelle liefert die Energie für das Aggregat. Dabei fließen Wasserstoff und Wasser, die bei der Elektrizitätsgewinnung erzeugt werden, nicht mehr wie bislang horizontal, sondern vertikal. Die Schwerkraft hilft somit bei der Ableitung des Wassers, was nach Auskunft von Honda die Leistungsfähigkeit des Systems verbessert. Der Wasserstoff wird in einem Hochdrucktank gelagert (350 atm), der 171 Liter fasst.

Die Reichweite wächst auf 570 Kilometer

Zusätzlich zur Brennstoffzelle kann der Motor Energie auch aus einer Lithium-Ionen-Batterie ziehen. Um die Alltagstauglichkeit zu erhöhen, wurde das Kaltstartverhalten des Systems deutlich verbessert: Die Brennstoffzelle arbeitet nun auch noch bei Temperaturen von minus 30 Grad Celsius. Zudem wurde die Reichweite des Wagens um rund 30 Prozent auf dann 570 Kilometer vergrößert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Honda gibt an, dass die Energie-Effizienz des neuen Wasserstoffantriebs bei zirka 60 Prozent liege. Damit übertreffe der neue FCX ein Auto mit Benzinmotor um das Dreifache, ein Hybrid-Fahrzeug um das Doppelte und den derzeitigen FCX um zehn Prozent.

Nicht nur der Antrieb, auch andere Bauteile des künftigen Brennstoffzellen-Serienautos sollen den ökologischen Aspekt des Fahrzeugs unterstreichen. So werden beispielsweise die Sitzpolsterungen und Türverkleidungen aus Pflanzenfasern hergestellt. Honda kann das Material nun nämlich so behandeln, dass es enorm widerstandsfähig gegen Ausbleichen ist.

jüp



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