Ab 2023 Bahnsteigtüren sollen Münchner U-Bahn sicherer machen

Bahnsteigtüren können Leben retten - München bekommt sie nun als erste deutsche Stadt in seinen U-Bahnhöfen. Mit dem tödlichen Angriff auf ein Kind in Frankfurt hat das laut Betreiber jedoch nichts zu tun.
Hohe Bahnsteigtüren sollen die Münchner U-Bahn sicherer machen (Visualisierung)

Hohe Bahnsteigtüren sollen die Münchner U-Bahn sicherer machen (Visualisierung)

Foto: Wolfgang Wellige/ SWM/ MVG

München bekommt als erste Stadt in Deutschland Bahnsteigtüren in seinen U-Bahnhöfen. Die hohen Türen sollen den Bahnsteig vollständig vom Gleis trennen, die Türen öffnen sich nur zum Ein- und Aussteigen, erklärte der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Ingo Wortmann.

Allerdings wird der Umbau des kompletten U-Bahn-Netzes deutlich mehr als 20 Jahre dauern, 2023 soll am U-Bahnhof Olympiazentrum ein Probebetrieb starten. Wortmann sagte, die Entscheidung sei unabhängig von dem Tod eines Kindes in Frankfurt getroffen worden.

2018 fielen 215 Menschen ins Gleis der Münchner U-Bahn

Überlegungen, Bahnsteigtüren einzuführen, gibt es in München demnach bereits seit Ende 2016. Anlass dazu war, dass es laut MVG an den 100 Münchner U-Bahnhöfen immer wieder zu Unfällen etwa mit Betrunkenen oder auch zu Suizidfällen komme. Allein im vergangenen Jahr seien 215 Menschen ins Gleis gefallen, 21 Menschen seien dabei von einem Zug erfasst und getötet oder verletzt worden.

Allein der Probebetrieb soll der MVG zufolge mehr als eine Million Euro kosten. Insgesamt rechnet das Unternehmen, das jährlich 413 Millionen Fahrgäste in seinen U-Bahnen befördert, mit Kosten im dreistelligen Millionenbereich. Die Türen sollen so hoch wie die Züge sein.

Außerdem sollen die Türen das Ein- und Aussteigen beschleunigen. Auch das Müllproblem in den Bahntunneln will der Betreiber so in den Griff bekommen - vor allem Papier sorgt laut MVG für eine erhöhte Brandgefahr.

ene/AFP
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