Bankrotte Verleihfirma Obike sammelt Fahrräder in München ein

Nachdem der Fahrradverleiher Obike pleiteging, hinterließ er in München 7000 Fahrräder. Nach monatelangem Streit sammelt das Unternehmen die gelben Velos jetzt ein.

Rad von Obike in München
DPA

Rad von Obike in München


Die gelben Leihräder von Obike sorgten in Deutschland für jede Menge Ärger. Nachdem die Bikesharing-Firma im vergangenen Jahr bankrottging, hinterließ Obike 7000 gelbe Fahrräder im Münchner Stadtgebiet. Viele davon hingen bald in Baumgabeln oder wurden in der Isar versenkt. Jetzt ließ Obike einen Großteil einsammeln, nachdem die Stadtverwaltung mit einem Zwangsgeld drohte.

Wie nun bekannt wurde, hat eine externe Firma im Auftrag von Obike rund tausend Fahrräder bereits in der Faschingswoche eingesammelt. Das berichtet der Bayerische Rundfunk. "Die ganz große Masse der Räder ist verschwunden", sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul gegenüber dem Sender. Zwar gebe es noch immer Räder in der Stadt, die stellten aber kein großes Problem mehr dar.

Fotostrecke

10  Bilder
Obike: Unterwegs mit dem Fahrrad, das alle hassen

Bereits Ende des vergangenen Jahres waren zahlreiche Velos von privaten Firmen weggeräumt und teilweise weiterverwertet worden. Ein Fahrradhändler hatte dabei eine besondere Idee: Er bot seinen Kunden eine Prämie von 100 Euro für jedes abgegebene Obike beim Kauf eines neuen Fahrrads an.

cfr

Mehr zum Thema


insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
trickydicky 29.04.2019
1. Schade eigentlich
Diese Räder zu fahren war eine Katastrophe, daher verschwindet deren Anbieter zu Recht vom Markt. Ansonsten war die Idee gut, auch der Versuch, mit großer Stückzahl aufzutreten. Unklar ist mir, wieso denn die massiven Sachbeschädigungen an diesen Rädern toleriert wurden. Die plötzliche Präsenz der etwa 7000 gelben Räder mag einigen (Anwohnern, Konkurrenten) ein Ärgernis gewesen sein. Im Vergleich zu den hunderttausenden Blechkisten, die hier in München 23 von 24 Stunden an den Straßenrändern abgestellt werden, waren die Räder sicherlich das wesentlich kleinere Übel.
c.PAF 29.04.2019
2.
Zitat von trickydickyDiese Räder zu fahren war eine Katastrophe, daher verschwindet deren Anbieter zu Recht vom Markt. Ansonsten war die Idee gut, auch der Versuch, mit großer Stückzahl aufzutreten. Unklar ist mir, wieso denn die massiven Sachbeschädigungen an diesen Rädern toleriert wurden. Die plötzliche Präsenz der etwa 7000 gelben Räder mag einigen (Anwohnern, Konkurrenten) ein Ärgernis gewesen sein. Im Vergleich zu den hunderttausenden Blechkisten, die hier in München 23 von 24 Stunden an den Straßenrändern abgestellt werden, waren die Räder sicherlich das wesentlich kleinere Übel.
Naja, die "Blechkisten" stehen auf Parkplätzen am Straßenrand, in Parkhäusern, Tiefgaragen, Privatparkplätzen etc. Die gelben Räder standen vor allem - im Weg. Blockierte Geschäfte, Gehwege und Hauseingänge waren keine Seltenheit. Das erste Auftreten war einfach total mißlungen...
olli_b 29.04.2019
3. alles falsch gemacht
Zitat von trickydickyDiese Räder zu fahren war eine Katastrophe, daher verschwindet deren Anbieter zu Recht vom Markt. Ansonsten war die Idee gut, auch der Versuch, mit großer Stückzahl aufzutreten. Unklar ist mir, wieso denn die massiven Sachbeschädigungen an diesen Rädern toleriert wurden. Die plötzliche Präsenz der etwa 7000 gelben Räder mag einigen (Anwohnern, Konkurrenten) ein Ärgernis gewesen sein. Im Vergleich zu den hunderttausenden Blechkisten, die hier in München 23 von 24 Stunden an den Straßenrändern abgestellt werden, waren die Räder sicherlich das wesentlich kleinere Übel.
(1) Das war das erste Problem. Ein schwergängiges Fahrrad ist kaputt. Entweder reparieren oder entsorgen. Aber tausendfach diesen Schrott in Städte kippen, die Anmeldegebühr kassieren und sich dann nicht mehr darum kümmern? Toller Ansatz. (2) Vielleicht waren es ja zu viele? Zumindest an manchen Stellen, wo sie Obike ab und zu hätte abholen und neu verteilen müssen? Vielleicht wäre eine Mischung aus festen Stationen und einfach so abstellen ein guter Ansatz, mit einem Bonus, wenn man es an einer Station abstellt. (3) Obike hätte die ja von sich aus einsammeln und Anzeige erstatten können. An manchen Plätzen dürfte ja die eine oder andere Kamera hängen.
m.polyglottus 29.04.2019
4. Waren die Obikes kostenlos zu nutzen?
Dann wäre ja die Pleite der Firma kein so grosses Wunder, auch wenn es vermutlich in erster Linie um das Einsammeln und anschliessende Verwerten der Nutzerdaten ging. Ich frage deswegen, weil im Artikel von "Verleih" die Rede ist und Leihe ist, im Gegensatz zur Miete, kostenlos? Ich habe selber Obike nie benutzt, daher die Frage.
tagenbaren 29.04.2019
5. @m.polyglottus (#4)
Ein Steckenpferd gefunden, oder? Nach "Recht und Gesetz" haben sie natürlich Recht. Nur eben nicht im realen, umgangssprachlichen, Leben. Nennt sich dann Leihgebühr. Oder haben sie in einer Videothek schon mal ein Video gemietet? Und so leiht man sich irgendein Obike o.ä., welches ja jedes mal ein anderes ist (für einen überschaubaren Zeitraum - sonst viel zu teuer). Oder man mietet sich ein Fahrrad (z.B. Swap-Fiets), also das eine Fahrrad geht für einen längeren Zeitraum in meinem Besitz über. Klar soweit?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.