Nahe Zukunftsmusik Treibstoff aus Klärschlamm

Autotreibstoff aus Holzresten, Klärschlamm oder Bioabfall, eine spannende Vision. Nicht für die Automobilindustrie: Das Thema steht schon länger auf ihrer Agenda.


Raps: Treibstoffmaterial der Zukunft
DPA

Raps: Treibstoffmaterial der Zukunft

Volkswagen arbeitet bereits seit vergangenem Jahr an einem Verfahren, mittels Sonnenenergie, Wind- oder Wasserkraft Kraftstoffe aus organischen Stoffen zu gewinnen. Ein ähnliches Projekt startete DaimlerChrysler zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Unternehmen Choren im sächsischen Freiberg.

Die Biomasse wird dabei mittels Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft zuerst in ein Synthesegas verwandelt, das später in einem speziellen Reaktor zu Kohlenwasserstoff umgewandelt und dann zu einem "Designerkraftstoff" aufbereitet wird. Genutzt werden können bei diesem Verfahren zum Beispiel Holzreste und Klärschlamm, aber auch Schilf und Raps oder sogar Kunststoffe, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Heraus komme ein sauberer und hochwertiger Treibstoff, frei von Schwefel und Aromaten, der in den bestehenden Motoren eingesetzt werden könne, hieß es. Und die Produktion des Klimakillers Kohlendioxid könnte auf diese Weise verhindert werden.

Der neue Kraftstoff hat sich offenbar bei VW schon bewährt. Bis er aber flächendeckend zu haben sein wird und den bereits bekannten Treibstoffen beigemischt werden kann, werden vermutlich noch einige Jahre ins Land gehen. Choren plant laut dpa die ersten industriellen Anlagen zur Öko-Treibstoff-Herstellung erst für 2005. Der Preis soll nicht höher liegen als der für konventionelles Benzin.



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