Elektromobilität in Deutschland Das Millionen-Ziel ist in Gefahr

Von Begeisterung keine Spur: Laut einem Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) kommt das E-Mobil in Deutschland nicht in Fahrt. Wie sich das ändern lässt, darüber sind die NPE und Verkehrsminister Ramsauer unterschiedlicher Ansicht.
Elektroauto an einer Stromtankstelle: "Nicht generell gegen Kaufanreize"

Elektroauto an einer Stromtankstelle: "Nicht generell gegen Kaufanreize"

Foto: Bernd Thissen/ picture alliance / dpa

Berlin - Noch acht Jahre, dann fahren eine Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen: Diesen Wunsch könne sich die Bundesregierung abschminken, sagen die Experten der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Entwickeln sich die Dinge wie bisher, sei höchstens mit 600.000 Autos zu rechnen, heißt es in einem Bericht, den die NPE am Montag in Berlin auszugsweise vorgelegt hat.

Um das Millionen-Ziel zu erreichen, muss nach Ansicht des NPE-Vorsitzenden Henning Kagermann nachgelegt werden: Beispielsweise bei der Qualifizierung von Fachkräften. Zudem müsse die internationale Diskussion um Normen und Standards etwa für Batterien und Stecker stärker vorangetrieben werden.

"An beiden Enden brennen"

Peter Ramsauer (CSU) mahnt dagegen zu Geduld. Der Bundesverkehrsminister will sich vom langsamen Fortschritt der Elektromobilität nicht entmutigen zu lassen. Solche Entwicklungen brauchten ihre Zeit, sagte er auf einer E-Mobilitäts-Konferenz des "Tagesspiegels". Man könne "die Reifung bestimmter Prozesse nicht x-beliebig per Dekret beschleunigen".

Er sei "nicht generell gegen Kaufanreize" für E-Autos, sagte Ramsauer, "aber sie müssen Sinn machen und finanzierbar bleiben". Die Mittel dafür im Bundeshaushalt seien sehr begrenzt.

cst/dapd/dpa