Neue Kleinlaster Duell im Lieferverkehr

Es gibt zwei typische Szenen für diese Art von Fahrzeugen. Entweder sie stehen mit eingeschaltetem Warnblinklicht in zweiter Reihe, oder sie klemmen mit Tempo 140 auf der linken Spur hart am Heck des Vorausfahrenden. Nun stellen Mercedes und VW neue Kleinlaster vor.


Beide treten in der Klasse der Transporter mit einem Gesamtgewicht zwischen drei und fünf Tonnen an. Beide gibt es mit diversen Radständen, Aufbauten und einem maximalen Stauraum von 17 Kubikmeter. Beide lösen eine erfolgreiche Vorgängerbaureihe ab und starten im kommenden Frühjahr auf dem Markt. Bei Mercedes wurde immerhin der Name des Lasters beibehalten. Auch der Neue heißt wieder Sprinter, was nicht verwundert, wenn man weiß, dass das Modell mit rund 1,3 Millionen Exemplaren in den vergangenen zehn Jahren der Marktführer in Europa bei den Transportern war.

Mercedes Sprinter: Im Topmodell rumort ein Motor mit 258 PS

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Das neue Modell soll an diesen Erfolg anknüpfen, ist mit Karosserien zwischen 4,24 und 7,34 Meter erhältlich und bietet ein spezielles ESP, das unter anderem auch das jeweilige Gewicht des Fahrzeugs misst und in kritischen Situationen entsprechend reagiert. Neu beim Sprinter ist auch die Verfügbarkeit von Seitenairbags sowie von Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Abbiege- und Kurvenlichtfunktion. Als Motoren stehen fünf Dieselaggregate mit Leistungen zwischen 88 und 184 PS (65 und 135 kW) sowie ein V6-Benziner mit 258 PS (190 kW) zur Wahl. Es dürfte also noch heikler werden mit dem Expressverkehr auf den linken Spuren dieser Republik. Ab Ende März werden die neuen Mercedes Sprinter, die in den Werken Ludwigsfelde und Düsseldorf gebaut werden, auf die Straßen kommen.

VW Crafter: Kantig-rustikale "Truck"-Optik

VW Crafter: Kantig-rustikale "Truck"-Optik

Für April hat VW ebenfalls eine Novität im Transportersegment angekündigt. Als Ablösung für das Modell LT tritt dann der neue Crafter an. Der Name stehe, so teilt VW mit, für "einen, der mit anpackt". Daran besteht kein Zweifel, wenngleich die Wolfsburger es mit den Motorleistungen nicht ganz so arg treiben wie ihre süddeutsche Konkurrenz. Den 2,5-Liter-Fünfzylinder-TDI gibt es im Crafter in vier Varianten von 89 bis 164 PS (65 bis 120 kW). Große Vielfalt herrscht bei den Radständen, Karosserielängen und Aufbauten. Als Getriebe stehen eine Sechsgang-Schaltung sowie eine automatisierte Version derselben zur Wahl. Bis zu sechs Airbags können in der Führerkabine installiert werden, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber oder ein freier Durchstieg in den Laderaum sind je nach Modellvariante möglich.

Vor allem aber verpasste VW dem Crafter ein neues, markantes und recht selbstbewusstes Design. Während Mercedes optisch eher abwiegelt, während unter dem Blech wie üblich aufgerüstet wird, schmückt WW seinen Kleinlaster nach eigener Einschätzung mit einem "modernen und kraftvollen Truck-Design". Auch dies wird künftig häufig unvermutet im Rückspiegel auftauchen - wenn mal wieder "eilige Arzneimittel" zu befördern sind.



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