Neue Nachweismethode Kokain am Steuer wird schärfer verfolgt

Das Bundesverkehrsministerium erweitert die Drogenliste. Zukünftig begehen Autofahrer bereits eine Ordnungswidrigkeit, wenn in ihrem Blut Kokain nachgewiesen wird und nicht nur ein Abbauprodukt. Ein neues Nachweisverfahren macht es möglich.


Berlin – Die Gesetze gegen Drogenmissbrauch am Steuer werden verschärft. Künftig sei es bereits eine Ordnungswidrigkeit, wenn im Blut Kokain nachgewiesen werde, erklärte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums heute in Berlin. Bislang musste erst das Abbauprodukt Benzoylecgonin nachgewiesen werden.

Der Auto Club Europa (ACE) hatte berichtet, dass Kokain künftig in die Liste der berauschenden Substanzen im Straßenverkehrsgesetz aufgenommen wird. Dies war auf Grund von Unsicherheiten beim Nachweis der Droge bislang nicht der Fall, obwohl Fahrten unter Wirkung von Kokain nach geltender Rechtslage schon heute untersagt sind. Durch die Verwendung sogenannter Fluoridröhrchen könne Kokain inzwischen leicht nachgewiesen werden. Außerdem sollen nach Angaben des Autoclubs auch Metamphetamin und das Designer-Amphetamin Methylendioxyamphetamin neu in die Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen

Der Ministeriumssprecher sagte, die Gesetzesnovelle solle noch vor der Sommerpause den Bundesrat passieren. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat angekündigt, er wolle bei vorsätzlichen und extremen Verkehrsverstößen wie Rasen, Drängeln, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss die Bußgelder verdoppeln. Die Bußgelder für Rasen und Drängeln würden dann von derzeit maximal 1000 Euro auf 2000 Euro steigen.

abl/AP



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