Neue Speichermobile USB-Sticks als Sportwagenmodelle

USB-Sticks sind für Computernutzer praktisch, gleiches gilt für mobile Festplatten. Leider sehen die Dinger oft langweilig, manchmal sogar hässlich aus. Das findet auch Dave Hersch. Deshalb verwandelte er die Speichermedien in Auto-Miniaturen und verkauft sie als Flash Rods.


An einem Samstag Mittag im heimischen Wohnzimmer kam Dave Hersch die Idee. Er war gerade dabei, zwischen seinen Computern Daten hin- und herzuschaufeln, als ein USB-Stick zwischen die Spielzeugautos seines Sohnes fiel. "Der ist aber langweilig", mäkelte der vierjährige Miles und zeigte auf das Speichermedium. Dann hob einen Modell eines Ford Mustang hoch: "So sehen coole Spielzeuge aus."

"Das war die Initialzündung", erinnert sich Hersch. "Tags drauf saß ich mit den Spielzeugautos meines Sohnes und einer handvoll USB-Sticks in der Garage und baute die ersten sogenannten Flash Rods." Aus den sonntäglichen Basteleien ist mittlerweile ein ordentliches Geschäftsmodell geworden. Für Preise ab 20 Dollar plus Steuern, Versand und Zoll verschickt der US-Amerikaner Hersch seine getunten Datenzäpfchen jetzt weltweit. Wem die Kapazität der USB-Stick im Auto-Look nicht reicht, dem bietet er ab 200 Dollar aufwärts auch eine externe Festplatte mit 250 oder 500 Gigabyte Speicherkapazität, die er in Automodelle im Maßstab 1:18 integriert.

Bei Miles' Mustang ist es natürlich nicht geblieben. Bei den großen Festplattenmodellen können Kunden inzwischen unter Nissan GT-R, Audi R8, einem 51er Mercury im Tuning-Trimm und einem Dodge Challenger wählen. Und die kleinen Flash Rods für die Hosentasche gibt es in einem Dutzend Kategorien vom aktuellen US-Muscle-Car über Importautos aus Europa bis hin zu Oldtimern, Einsatzfahrzeugen und natürlich den Hot Rods, die seiner kleinen Erfindung den Namen gegeben haben.

Die Vorlieben der Kunden variieren je nach Herkunftsregion. "Hier in den USA ist der neue Dodge Challenger der Bestseller. Nach Europa werden viele Audi R8 verkauft und aus Mexiko oder Südamerika stammen sehr viele Porsche-Bestellungen", sagt Hersch. Und ziemlich global sei die Begeisterung für klassische Muscle Cars. "Kein Auto läuft weltweit besser als der 65er Ford Mustang."

Neue Automodelle und auf Wunsch auch individuelle Daten-Renner

In Zukunft soll die Vielfalt noch wachsen. "Am liebsten wollen die Leute den passenden USB-Stick zu ihrem echten Auto", sagt Hersch. Dazu sollen weitere Mustang-Typen, Camaro- und Challenger-Varianten sowie eine Reihe von Renn- und Rallye-Autos kommen. Außerdem will er künftig stärker auf individuelle Wünsche eingehen. "Es gibt viele Anfragen von Firmen, die eigene Modelle für Events oder Kongresse suchen."

Nachdem das Daten-Tuning zunächst nur ein Hobby war, das allenfalls über Ebay ein paar Dollar abwarf, wurde in diesem Sommer ein Geschäft daraus. "Seit Flash Rods so richtig am Start ist, wurden mehr als 5000 Flash-Drives und 75 Hard-Drives ausgeliefert", sagt Hersch. Fürs nächste Jahr plant er mit 50.000 Sticks und etwa 400 Festplatten. Darauf baut auch Sohn Miles. Vor allem, weil er auf neue Spielzeugautos hofft, wenn Papas Geschäft gut läuft.

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