Neuer Mini Der kleine Prinz

Fünf Jahre gibt es den Mini - jedenfalls das unter BMW-Regie entstandene Remake des britischen Kleinwagen-Klassikers von 1959. Bei einem normalen Modellzyklus wäre erst Halbzeit, doch die Münchner erneuern den Mini schon jetzt. Hier sind erste Fotos des neuen Modells.


Optisch wirkt der Mini noch immer frisch, obwohl die Grundform schon knapp 50 Jahre alt ist und BMW bei der Renaissance des Wägelchens die klassischen Proportionen kaum verändert hat. Die Technik jedoch war in die Jahre gekommen, insbesondere die Motoren des Wagens, der binnen fünf Jahren zum Kultmobil avancierte und von dem zuletzt rund doppelt so viele Exemplare verkauft wurden wie anfangs prognostiziert.

Die Motoren also - bislang entstammten sie einer Kooperation mit Chrysler - sind nun komplett neu. Gemeinsam mit Peugeot hat BMW in den vergangenen Jahren neue Vierzylinder entwickelt, die bei den Franzosen im neuen Modell 207 und bei Mini eben in der neuen Generation des Kleinwagens zum Einsatz kommen. Zunächst, und das heißt ab Ende des Jahres, werden die Münchner die beiden stärkeren Versionen Cooper und Cooper S anbieten. Im kommenden Jahr folgen dann die Einstiegsvariante One und das Dieselmodell.

Neue Motoren also in bewährter Verpackung. Wer den neuen Mini beiläufig betrachtet, wird ihn nicht als neu identifizieren, sondern als Mini. Das ist beabsichtigt, denn so bleiben auch die bisherigen Typen attraktiv, und die notwendigen Retuschen beim neuen Modell fallen kaum auf. Notwendig wurde zum Beispiel eine voluminösere Front, denn aufgrund der neuen Bestimmungen zum Fußgängerschutz musste hier eine größere Knautschzone geschaffen werden. Insgesamt legte der Mini in der Länge um sieben Zentimeter zu.

Längenwachstum für mehr Fußgängersicherheit

Das ist nicht viel, und weil mehr als die Hälfte dieser Distanz in den Fußgängerschutz investiert wurde, blieben Innen- und Kofferraum nahezu unverändert. Dennoch versichern die Mini-Designer, dass das Raumgefühl im Innenraum erheblich verbessert wurde, was sie auf eine intelligentere Gestaltung und eine optimierte Platzausnutzung zurückführen. In der Tat wurde das Interieur-Design deutlicher verändert als die Formgebung der Karosserie. Beispiele: Der Start-Stopp-Knopf für den Motor, das noch größer gewordene Zentralinstrument mit dem Tacho oder allerlei neue Auswahlmöglichkeiten bei Farbe und Art der Verkleidungen.

Die zwei zunächst erhältlichen Mini-Varianten, der Cooper und der Cooper S, werden von einem 1,6-Liter-Vierzylinder angetrieben. Im Cooper handelt es sich um einen Saugmotor mit einer Leistung von 120 PS, einem Drehmoment von 160 Nm und einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h. Den Durchschnittsverbrauch gibt Mini mit 5,8 Liter je 100 Kilometer an, der Preis beginnt bei 17.350 Euro. Deutlich mehr, nämlich 21.050 Euro, kostet künftig der Cooper S. Dafür kitzelt ein sogenanntes Twin-Scroll-Turbosystem 175 PS und bis zu 260 Nm aus der Maschine, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h reicht und den Durchschnittsverbrauch bei 6,9 Liter einpegelt.

Teurer Kleinwagen, dennoch ausverkauft

Einen Mini zu fahren ist also weiterhin ein teures Vergnügen, zumal auch die Basisversion mi 1,4-Liter-Motor und 95 PS mindestens 15.450 Euro (noch mit 16 Prozent Mehrwertsteuer) kosten wird. Serienmäßig bei allen Varianten sind sechs Airbags, ABS und eine elektronische Bremskraftverteilung, der Cooper S wird darüber hinaus ab Werk mit Traktionskontrolle und elektronischem Stabilitätsprogramm ausgeliefert. Generell bestückt Mini die Autos mit Sechsgang-Schaltgetrieben, optional wird auch ein Sechsgang-Automatikgetriebe angeboten.

Mehr als 800.000 Mini-Modelle wurden bislang gebaut. Auch deshalb erübrigt sich die Frage, ob der Generationenwechsel nicht etwas früh kommt. Natürlich hätte es noch einige Jahre so weitergehen können, auf der anderen Seite spricht nichts dagegen, dass der Boom auch mit dem neuen Modell weiter anhält, zumal der Look geblieben ist und die Technik modernisiert wurde. Das Werk in Oxford jedenfalls wird gerade so aus- und umgebaut, das mittelfristig eine Jahresproduktion von 240.000 Fahrzeugen möglich ist. Da der Bau einer Kombivariante bereits beschlossen ist, erscheint diese Zahl auch schon wieder eher bescheiden.

jüp

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