Neuwagenmarkt Abwrackprämie schwächelt, Rabatte erreichen Rekordniveau

Der Ansturm auf die Abwrackprämie lässt nach: Die Zahl der Antragsteller geht zurück. Gleichzeitig versuchen die Hersteller, den schwächelnden Absatz mit immer höheren Rabatten anzukurbeln - mehr als 40 Prozent sind inzwischen gang und gäbe.

Hamburg/Duisburg - Nach Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen geht die Zahl der beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingereichten Prämienanträge deutlich zurück. Während bis Mitte April täglich im Schnitt 23.000 Formulare eingereicht wurden, waren es seitdem nur noch 14.000 am Tag.

Altautos bei einem Autoverwerter in Leverkusen: Die Wirkung der Umweltprämie lässt nach, die Rabatte steigen.

Altautos bei einem Autoverwerter in Leverkusen: Die Wirkung der Umweltprämie lässt nach, die Rabatte steigen.

Foto: DPA

Insgesamt gingen beim Bafa bisher rund 1,35 Millionen Anträge auf Förderung ein. Weil die Bundesregierung die Mittel für die Abwrackprämie wegen des zunächst großen Andrangs auf 5 Milliarden Euro aufgestockt hat, ist noch Geld für weitere 650.000 Neuwagenprämien à 2500 Euro übrig.

Ob diese Mittel vollständig abgerufen werden, ist derzeit keinesfalls sicher. Nach Ansicht von Karsten Neuberger vom CAR-Institut dürften "die meisten, die ein ernsthaftes Interesse an einem Neuwagenkauf mit Abwrackprämie hatten, inzwischen einen Antrag gestellt haben".

Übersicht: Die höchsten Autorabatte in Deutschland

In dem Maße, in dem das Interesse an der Abwrackprämie abnehme, steige allerdings die Zahl der Rabattaktionen. Dem Duisburger Institut zufolge wurde mit insgesamt 340 Rabatt-Aktionen im April der bislang höchste Stand gemessen.

Spitzenreiter war der Fiat Panda. Der Rabatt für den Kleinwagen lag unter Einrechnung der Abwrackprämie bei fast 50 Prozent. Selbst bei Opel und VW gab es Massenmodelle wie Astra oder Golf insgesamt 30 Prozent günstiger.

Bei ihren Berechnungen legen die Autoexperten die offizielle auf den Seiten der Hersteller ausgewiesenen Rabatte und Vergünstigungen zugrunde. "Dass jemand durch cleveres Feilschen weitere Nachlässe aushandelt, ist da nicht enthalten", sagte Neuberger.

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