Für Pkw und Lastwagen New York führt Citymaut ein

New York wird von Staus geplagt. Die Stadt wird deshalb als erste in den USA eine Citymaut für Autos erheben - und damit andere Verkehrsmittel finanzieren.

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Als erste Metropole in den USA führt New York eine Fahrzeugmaut ein. In seinem Haushaltsplan beschloss der Bundesstaat New York, ein elektronisches Abgabesystem für den südlichen Teil Manhattans einzurichten. Das berichtete die "New York Times".

Wie viel eine Fahrt im südlichen Teil Manhattans kostet und ab wann die Maut eingeführt wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben der Zeitung ist mit der Einführung der Maut nicht vor 2021 zu rechnen. Eine Autofahrt zwischen der 60. Straße südlich des Central Parks und dem Battery Park am unteren Inselzipfel könnte dann zu den Stoßzeiten mehr als 10 US-Dollar (umgerechnet 8,90 Euro) kosten. Für Lastwagen sollen rund 25 Dollar fällig werden.

Einnahmen fließen in öffentliche Verkehrsmittel

Wer zuvor bereits einen der mautpflichtigen Tunnel oder die Henry-Hudson-Brücke genutzt hat, soll jedoch einen Rabatt auf die Citymaut bekommen. Mögliche Ausnahmen, beispielsweise für Behinderte oder Menschen, die zum Arzt fahren, werden noch diskutiert.

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Das eingenommene Geld soll in den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr fließen. 80 Prozent gehen demnach an das U-Bahn- und Busnetz der Stadt. Die Long-Island- und die Metro-North-Railroad sollen jeweils zehn Prozent erhalten. Ebenfalls beschlossen wurden weitere Millioneninvestitionen in das U-Bahn-System der Stadt, aber auch eine Steuer auf den Verkauf von Luxuswohnungen sowie ein Verbot von Plastiktüten im Einzelhandel.

ene/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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schwerpunkt 02.04.2019
1.
Eigentlich eine gute Idee, wenn ich auch 10$ pro fahrt für zu happig halte. Aber pro fahrt in etwa die Kosten einer Einzelfahrt mit den öffentlichen wäre klasse. Dafür die öffentlichen Fahrten kostenfrei anbieten. dann hätte sich auch die unsägliche Diskussion um Fahrverbote recht zügig erledigt. Wer unbedingt mit dem Auto in die Stadt muss (Transport oder Eile), fährt mit dem PKW, die anderen mit Bus und U-Bahn. ABER: Dafür den OPNV massiv ausbauen. München will beispielsweise Autos aus der Stadt haben, während der ÖPNV bereits an der Kapazitätsgrenze ist und von A nach B i.d.R. vergleichsweise deutlich länger dauert als mit dem Auto (inkl. Stau).
veravonhinten 02.04.2019
2. Exklusives Citywohnen
Dann wird es ja noch exklusiver, in der City zu wohnen; also ich bin dafür !
latimer 02.04.2019
3. Gratulation an NY!
Auf solch wichtige Maßnahmen wird man in D noch in Jahrzehnten vergeblich warten ...
NewYork76 02.04.2019
4. Gute Idee
Zitat von schwerpunktEigentlich eine gute Idee, wenn ich auch 10$ pro fahrt für zu happig halte. Aber pro fahrt in etwa die Kosten einer Einzelfahrt mit den öffentlichen wäre klasse. Dafür die öffentlichen Fahrten kostenfrei anbieten. dann hätte sich auch die unsägliche Diskussion um Fahrverbote recht zügig erledigt. Wer unbedingt mit dem Auto in die Stadt muss (Transport oder Eile), fährt mit dem PKW, die anderen mit Bus und U-Bahn. ABER: Dafür den OPNV massiv ausbauen. München will beispielsweise Autos aus der Stadt haben, während der ÖPNV bereits an der Kapazitätsgrenze ist und von A nach B i.d.R. vergleichsweise deutlich länger dauert als mit dem Auto (inkl. Stau).
Ich freue mich darueber. Und $10 finde ich jetzt nicht schlimm. Schon jetzt kostet z.B. die Whitestone Bridge von Queens nach Manhattan $5.76 (einfach). Und das ist schon verbilligt mit EZ-Pass. Ansonsten sind das $8.50 (einfach), also $17.- hin und zurueck. Dass dafuer die oeffentlichen Fahrten kostenlos angeboten werden, ist zwar ein schoener Gedanke, aber ich habe da meine Zweifel. Ich waere schon froh, wenn die U-Bahn hier nicht mehr die versiffteste, lauteste und anfaelligste U-Bahn der Welt waere. Das Verbot von Plastiktueten finde ich uebrigens hervorragen. Leider gibt es hier natuerlich wieder Stimmen, die sich ueber das Mikromanagement und die Bevormundung durch den Staat beschweren. *Seufz* Irgendwo muessen die ganzenTrump-Waehler ja sein...
thoms1957 02.04.2019
5. Was wohl der BM Scheuer davon hält?
Ist sicher "gegen den gesunden Menschenverstand". Aber im Ernst - der Ansatz ist richtig, es muss weniger Verkehr in die Städte - jedenfalls der Verkehr muss weg, der eigentlich anders organisiert werden kann. Das geht nicht von heute auf morgen und leider ist hierzulande in den letzten 15 Jahren nichts in diese Richtung passiert. Noch schlimmer: die Infrastruktur wurde auf Verschleiß gefahren. Ich schlage vor, dass in besinders vom Pendlerverkehr betroffenen Städten zunächst für jeden, der mit eigenem PKW in die Stadt fahren möchte, ein Monatsticket für den ÖPNV Pflicht wird. Das ist sicher billiger, als täglich Maut zu bezahlen. Das Ticket ist zunächst vergünstigt, nicht übertragbar und verteuert sich mit der Zeit bis zum regulären Preis. Die Einnahmen kommen vollständig dem ÖPNV zugute, der zusätzlich in der Übergangsphase durch öffentliche Gelder ertüchtigt werden muss.
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